Lars Simon / Elchscheisse

by Manuela Hofstätter on 12. Mai 2014

Post image for Lars Simon / Elchscheisse

Torsten ist eigentlich mit seinem Leben recht zufrieden, bloss seine Beziehung zu Tanja ist nicht mehr so prickelnd. Als er einen Anruf erhält und Torsten eröffnet wird, seine Grosstante Lillemor habe ihm alles vermacht und er sei nun Besitzer eines grossen Hofes in Mittelschweden, da ergreift eine Euphorie Torstens Herz und er ist sich ganz sicher, was nun zu tun ist. Job kündigen, mit Tanja in Schweden ein neues Leben anfangen und auf dem Hof im neuen Land Schriftsteller werden. Nun, Torsten kannte ja Lillemor nicht und als er seinen Vater nach ihr und dem Dörfchen Gödseltorp fragt, rastet dieser regelrecht aus, ein Drecksnest sei das dort und die Leute alles Spinner. Auch Tanja reagiert ein klein wenig anders als erwartet, sie bricht zuerst in Tränen aus und bald darauf auf, in ein neues Leben mit einem von Torstens Freunden. Ja, so kann man sich in den Menschen täuschen, aber jetzt will Torsten erst recht einer neuen Zukunft entgegen, ab nach Schweden, die Gödseltorper werden schon nicht so schlimm sein. Die Reise beginnt recht abenteuerlich, der Kauf des Busses bei Auto Ylmaz war vielleicht doch nicht die beste Idee, aber es ist durchaus möglich, den Fahrersitz über die Beifahrerseite zu erreichen, diesen wertvollen Rat hat Torsten von Rainer bekommen und so hat er diesen dann auch aus lauter Dankbarkeit gleich mitfahren lassen. Rainer will nämlich auch nach Schweden, ist richtig krass cool drauf und sorgt so für eine relaxte Stimmung auf der Reise. Allerdings passiert den Männern auch noch so die eine und andere Sache, welche sich Torsten gerne erspart hätte, aber was soll’s. Krass eben, ne! Wie der Mitfahrer Rainer zu sagen pflegt. In Schweden trennen sich die Männer wieder und Torsten erreicht endlich Gödseltorp. Der Empfang ist alles andere als herzlich. Er ist nicht einmal annähernd normal, sondern vielmehr verachtend und lebensgefährdend. Torstens neuer Besitz ist wirklich richtig schön, ein grosser, wundervoller Hof, allerdings gelangt er nicht ins Haus, in sein Haus, denn ein schiesswütiger Hausbewohner, ein alter Norweger, welcher laut Lillemors Testament lebenslängliches Wohnrecht auf dem Hof hat, ist nicht gewillt, Torsten reinzulassen. Torsten kommt an seine Grenzen und in der Tat ist alles so, wie es sein Vater ihm gesagt hat. Ein Drecksnest, nichts anderes ist Gödseltorp. Was für eine Elchscheisse und warum bloss kann man im Land der Gummistiefel kaum irgendwo ebensolche kaufen? Es naht Hilfe für den in der Scheisse steckenden deutschen Erben, aber es wird alles bloss noch viel verrückter. Und Torsten fragt sich, was nur all die durchgeknallten Dorfbewohner von seinem Hof wollen?

Lars Simon / Elchscheisse

Fazit: Elchscheisse und keine Gummistiefel weit und breit!
Eine lustige und schräge Geschichte von einem der auszog, um sich ein neues Leben in Schweden zu erobern und der schliesslich im Dorfkrieg verrückter Schweden und einem alten Norweger fast alles verliert. Aber Torsten findet sich selbst und seine Urmännlichkeit wieder, was will man mehr? Mal wieder was für die Bauchmuskeln!
Der Autor hat übrigens einige Jahre selbst in Schweden gelebt. Aber bestimmt nicht in Gödseltorp.

Meine Wertung: 7/10

Lars Simon / Elchscheisse
Verlag: DTV, Seiten: 281

Manuela Hofstätter

Manuela Hofstätter

Habt keine Angst vor Büchern! Ungelesen sind sie ganz harmlos.
Manuela Hofstätter

Letzte Artikel von Manuela Hofstätter (Alle anzeigen)

Share on Pinterest
There are no images.
Share with your friends










Submit

{ 0 comments… add one now }

Leave a Comment