Laura Barnett / Drei mal wir

by Manuela Hofstätter on 3. August 2016

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Eva ist eine junge Studentin. Sie radelt des Weges, ist in Eile, da läuft ihr fast ein Hund ins Rad, sie weicht aus, fällt, begegnet darum Jim. Jim ist nicht umwerfend, aber er hat den Hund nicht im Griff gehabt und will nun Eva helfen, er trägt ein Buch bei sich, was Eva anzieht und so kommen ins Gespräch. Eva wird eine erfolgreiche Schriftstellerin, ihr geliebter Mann Jim ist Künstler. Eva gelingt es nicht so recht, sich dem Schreiben zu widmen, sie ist voll und ganz Mutter und hat einen eitlen Mann, einen Schauspieler geheiratet. Sie weiss genau, sie wird betrogen, liebt ihren Mann nicht mehr und fragt sich, was nun werden soll. Jim hat seine grosse Liebe bekommen, seine Eva, sein grosses Glück und doch kränkt er diese. Jim ist ein erfolgreicher Künstler geworden, er hat Frau wie Kind an seiner Seite und dann verlässt ihn seine Frau, um mit einer anderen Frau zusammenzuleben. Evas Leben ist schön, aber die Krankheit reisst ihr den Ehemann zu früh weg, doch sie begleitet ihn liebend bis zum Ende. Verwirrt? Drei mal wir erzählt in drei Abschnitten drei Mal eine völlig anderer Geschichte. In den Abschnitten gibt es also drei erste Kapitel, drei zweite Kapitel und so weiter, aber es gibt einen Faden, eine Verbindung durch alle Ebenen, einige Personen, natürlich auch Eva und Jim. Überrascht haben mich die Wendungen, die die Geschichten ausmachen, diese sind oft so erfrischend anders, als man sich sie ausdenken wollte oder als man sie kommen zu sehen glaubte.

Laura Barnett / Drei mal wir

Fazit: Liebe, Leben, Kunst und Leidenschaft, eine grosse Geschichte in Variationen!
Die Frage “Was wäre, wenn?”, die war nicht das, was mich an diesem Roman beeindruckt hat, es war vielmehr das Können der Autorin. In den Variationen so viele Unbekannte einzubauen, das zeugt von immenser Menschenkenntnis, ist erfrischend und absolut interessant. In der Liebe ist also die sogenannt grosse Liebe plötzlich rissig und die unspektakulär alsbald dafür zum Grössten fähig. Doch auch Beruf und Berufung erweisen sich für die Protagonisten einmal als klar vorgegeben oder unerreichbar, oft ist dies nicht einmal wichtig, denn das Glück oder Unglück ist eine Kettenreaktion, die wir erst später ganz überblicken können. Es war zuerst etwas anstrengend, die drei Geschichten auseinanderhalten zu können, natürlich könnte man sie einzeln am Stück lesen, aber ich glaube, das wäre ein Verlust. Ein faszinierender Roman!

Meine Wertung: 8/10

Laura Barnett / Drei mal wir
Verlag: Rowohlt, Seiten: 494

Manuela Hofstätter

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Habt keine Angst vor Büchern! Ungelesen sind sie ganz harmlos.
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