Leon de Winter / Geronimo

by Manuela Hofstätter on 14. Oktober 2016

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Er gehört nicht mehr zur Elite und doch weilt er unter den Kameraden des ST6, was er an einem feuchtfröhlichen Abend vernimmt und für völlige Verrücktheit unter ausgelassener und betrunkener Runde einstuft und gar noch mitbewirkt hat, holt ihn später ein. Tom hat schon seine Tochter verloren, seine Frau hat ihn verlassen und einen Neuanfang gemacht und nun vernimmt er den Tod seiner Freunde und eine schreckliche Ahnung ergreift Besitz von seinem Herz und seinem Verstand. Osama bin Laden ist Geschichte, er wurde getötet. “Kill or capture”, so hiess es offiziell, doch nur “Töten” lautete der direkte Befehl, welchen die Elitekämpfer beim besten Willen nicht verstehen konnten, doch waren sie in der Tat so gerissen, ihr Ding durchzuziehen und haben sich somit des Hochverrats schuldig gemacht? Tom will die Wahrheit herausfinden und ein entführtes Mädchen wieder finden, für welches er sich verantwortlich fühlt. Schliesslich hat er ihr die Musik von Bach näher gebracht, was dazu führte, dass man sie verstümmelte und als Muslima ausgestossen hat. Tom setzt einiges aufs Spiel und scheut weder Kosten noch Mühe, gar einen neuen Arbeitgeber fasst er ins Auge, sofern er dadurch das Mädchen finden kann. Entstellt hat man sie, sie ist eine Bettlerin, ohne Ohren und Hände isst sie wie ein Tier aus einem Napf und dann begegnet sie barmherzigen Christen, welche sie aufnehmen und für sie sorgen. Doch ihre Geschichte ist noch weitaus spannender… Wird Tom bei seiner Suche erfolgreich sein?

Leon de Winter / Geronimo

Fazit: Was wäre, wenn es alles doch ganz anders gewesen wäre?
Theorien gibt es wohl so viele wie zu 9/11 über den Zugriff auf Osama bin Laden, doch der Autor Leon de Winter schafft es, uns mit seiner Geschichte der Geschehnisse über den Zugriff auf bin Laden völlig in den Bann zu schlagen. Der absolut Böse, der hat eine menschliche Seite, der Präsident der USA wird von den besten Kämpfern der Welt, seiner Elite, hinters Licht geführt und am Ende fragen wir uns, was ist nun genau passiert? Dank den menschlichen Seiten eines Protagonisten und Elitekämpfers im Roman finden wir Zugang zum komplexen Disput in den Ländern, die wir nicht verstehen, bekommen aber auch einen Einblick in die verschiedenen Truppen der USA und eine Ahnung davon, dass selbst bei der höchsten Elite das Schicksal zuschlagen kann, Schmerz und Verlust eine Veränderung herbeiführen und die Dinge ins Wanken bringen kann. Die Vollkommenheit der Musik zeigt auf, was in Menschenherzen auch durchschlagen kann, die Liebe und die Verantwortung. Ein kriegerischer Roman und zugleich einer, voller Menschlichkeit und Wärme!

Meine Wertung: 8/10

Leon de Winter / Geronimo
Verlag: Diogenes, Seiten: 443

Manuela Hofstätter

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Habt keine Angst vor Büchern! Ungelesen sind sie ganz harmlos.
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