Leta Semadeni / Tamangur

by Manuela Hofstätter on 30. August 2015

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Das Kind erinnert sich, wie der Fluss den kleinen Bruder fortgetragen hat, es erinnert sich auch an den Grossvater, an dessen Güte und seinen Humor. Der Grossvater ist aber auch nach Tamangur gegangen, so muss der Himmel wohl heissen, denn die Grossmutter schaut immer nach dort oben, wenn sie über den Grossvater spricht. Die Grossmutter ist da für das Kind, kann es herrlich zum Lachen bringen, sie isst gerne gut und für den richtigen Käse geht sie sogar auf Reisen, Reisen tut sie ohnehin gerne. Aber die Betten, die müssen frisch bezogen sein, sonst zeigt sich die Grossmutter von ihrer schlimmen Seite und bekommt zügig ein anderes Zimmer, das Kind darf die Nase an die Bettlaken halten, diesen wichtigen Akt für die Grossmutter leisten, welche auf die junge Nase vollstes Vertrauen hat. Das Kind lernt vieles von der Grossmutter, und als es diese dann auch gehen sieht, ist es zur jungen Frau geworden, die diesen Tag in schöner Erinnerung behalten will, so wie fast alle anderen Tage auch.

Leta Semadeni / Tamangur

Fazit: Tamangur oder die Poesie der Sprache.
Dieser Roman ist still und stark in seiner Sprache und Schilderung, die Momente im Leben des Kindes leuchten hell auf und bleiben noch lange strahlend erhalten. Semadeni erschliesst mit wenigen Momenten ein ganzes Leben. Mein Lieblingssatz aus dem Buch: “Bei den meisten Leuten weiss man schon im Voraus, was sie zu sagen haben, stinklangweilig ist das, man erträgt es nur, wenn man dabei ein freundliches Gesicht aufsetzt und ein innerliches Nickerchen macht.“

Meine Wertung: 8/10

Leta Semadeni / Tamangur
Verlag: Rotpunktverlag, Seiten: 144

Manuela Hofstätter

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Habt keine Angst vor Büchern! Ungelesen sind sie ganz harmlos.
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