Linda Holeman / Das Mondamulett

by Manuela Hofstätter on 24. Juli 2006

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Schlecht stehen die Sterne für die junge Darya, sie ist Tadschikin und lebt im Afghanistan des 19. Jahrhunderts. Genau schreiben wir 1845, die Stellung der Frau ist bei allen Völkern der Region klar, genau genommen hat sie gar keine, eine Frau hat gehorsam, fruchtbar, gläubig und still zu sein. Darya ist anders, sie ist wissbegierig und aufmüpfig, all zu oft kassiert sie dies mit übelsten Schlägen. Den einzigen Menschen, den Darya bewundert, das ist ihre Grossmutter, diese hat viel von der Welt gesehen und lebte auch anders, oft lauscht Darya ihren Geschichten. Diese Grossmutter prophezeite Darya dann auch Freiheit und eine weite Reise, auch gab sie ihr mit auf den Weg, immer an ihre innere Stärke, die Stärke der Frau zu glauben. Verhängnisvoll ist dann auch der Tod der Grossmutter mit dem Leben der Enkelin verknüpft… Als Daryas Vater eine Ungläubige Zweitfrau, Sulima, mit heim bringt, gerät das Leben in arge Schieflage. Die sündige und unverhüllte Sulima soll dem Vater endlich den wertvollen Sohn gebären. Doch Sulima treibt ein falsches Spiel, der Sohn wird geboren, aber sie liebt immer noch den Mann aus ihrer Heimat, welcher bis zu ihr kommt und sie lieben sich im Feld und gar im Haus. Darya wird Zeugin dieses Betrugs und erpresst von Sulima zum Schweigen. Doch der betrogene Vater findet die Wahrheit auch selbst und jagt Sulima weg. Wutentbrannt, da sie sich verraten fühlte, verflucht Sulima Darya zur Unfruchtbarkeit. Nun meiden alle im Dorf Daryas “bösen” Blick, eine Verfluchte, mit der will niemand etwas zu tun haben und eine Unfruchtbare ist ihres Lebens nicht mehr wert. Der Vater findet eine Lösung, er verkauft Darya ans Nomadenvolk, an die Ghilzai, allerdings ohne den Fluch zu erwähnen. Darya lernt das Nomadenleben kennen und die harte Arbeit, die es mit sich bringt. Sie ist nun verheiratet, mit dem zweiten Sohn des Stammesoberhaupts. Leider ist der Sohn gar nicht wie der Vater, Darya ist seine vierte Frau, er blieb bis jetzt kinderlos und zeigt Darya seine Unmut darüber, in der Art und Weise, die sie ja bereits kennt, durch Schläge. Allerdings wird ihr Mann immer brutaler, als Darya gewarnt wird, er habe auf der Reise von einem Fluch gehört, ist ihr klar, dass er sie zu Tode prügeln wird, Darya flieht. Völlig erschöpft und ausgetrocknet, stösst sie nach ein paar Tagen der Flucht auf Menschen. Es handelt sich um ein Traditionelles Fest der Männer, Darya hält sich versteckt, und erst als bloss noch zwei Männer übrig bleiben gibt sie sich zu erkennen und bittet um Hilfe. Dies ist die erste Begegnung zwischen Darya und David Ingram. Dieser Mann sieht aus wie ein Landsmann, dann aber wenn er sich anders anzieht auch wieder gar nicht. Durch ihn kann aber Darya nach Indien gelangen, schwer krank und dann endlich genesen, soll sie dort als Dienerin bleiben können. Natürlich ist Darya dankbar, aber in dem Haus wird man sie nicht lange behalten, das merkt sie und wenn ihr englischer Retter weg geht, wird man sie über kurz oder lang wieder misshandeln. Leider lässt sie sich in ihrer Not auf Osic Bull ein, sie weiss ja, dass David diesen Mann tief verabscheute, doch ihr will er helfen, will sie auf das grosse Schiff mitnehmen und verspricht ihr die Freiheit in England. Darya ist nicht dumm, sie weiss, was sie Osric dafür wird geben müssen, aber damit kann sie umgehen. Die Schiffsreise wir hart und erlebnisreich, sie begegnet auch Davide, welcher sie entsetzt Hure nennt und später dann doch immer besucht. Osric ist schwer krank, so kommt Darya meist um ihre Pflicht. In England angekommen, beginnt Daryas Hölle erst richtig, Osric ist ein perverser Mensch, er fotografiert gerne, aber seine Motive sind zutiefst erschreckend. Er verlangt von Darya ekelerregende Dienste und macht sie mit Drogen gefügig. Ist dies die Freiheit, die Darya sich so sehr wünschte ? Gibt es einen Weg? Was ist mit Davide?

Fazit
Ein herrlich süffiger Historienroman! Eine Frauenfigur, die aufwühlt und eine Region, die uns auch Heute noch fremd und oft suspekt erscheint. Lesegenuss pur!

Meine Wertung: 7/10

Linda Holeman / Das Mondamulett
Verlag: Page & Turner, Seiten: 636

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