Lisa Schneider / Tränen der Freiheit

by Manuela Hofstätter on 9. Januar 2017

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Catherine und Matthew sind Geschwister, die sich inniglich gerne haben. Sie leben in Kansas, ihre Mutter wie auch sie müssen viel arbeiten, denn es ist eine ärmliche Gegend, in welcher sie aufwachsen und den Vater haben sie bereits verloren. Die Liebe in der Familie gibt ihnen Halt, doch dann muss Catherine erfahren, dass Abraham Lincoln und die Unionisten gegen die Konföderierten ziehen wollen und bald nimmt das Unglück seinen Lauf und der Bürgerkrieg entreisst den Menschen alles, was sie haben. Matthew zieht freiwillig in den Krieg, Catherines Welt bricht zusammen, aber das Schicksal für das junge Mädchen auf dem Weg zur jungen Frau wird noch weitaus härter. Catherines Mutter setzt sie in den Zug, allerdings erfasst Cathie erst dort, dass ihre Mutter nur ein Ticket bezahlen konnte und nicht mit nach New York reisen kann. Der Zug aber wird nicht ankommen mit Cathie, sie wird vom Feind entdeckt und in ein Gefangenenlager geschleppt. Die Hoffnung, alles zu überleben, gibt Cathie Kraft, auch begegnet sie wunderbaren Menschen und ein feindlicher Soldat erobert ihr Herz, verhilft ihr zur Flucht und sie merkt, es gibt auf beiden Seiten gute und schlechte Menschen. Nun muss Cathie sich alleine durchschlagen, auf ihrer Flucht sieht sie sinnloses Morden überall, sie sieht Schwarze hängen, nie hat sie verstanden, warum man Sklaven hat und die Menschen nicht alle gleich sein sollen. Ein kleiner schwarzer Junge, Bahati, hat seine Eltern verloren, Cathie nimmt den Jungen mit, nun ist die Flucht für sie noch gefährlicher. Schmerzhaft zerreisst ihr der Tod ihres geliebten Bruders das Herz, aber sie muss Leben, für ihn, ihre Mutter, für Bahati, für ihre Liebe, vielleicht findet ihr Geliebter sie ja wieder. Auch im Krieg begegnen Cathie und Bahati immer wieder gütige Menschen und als der Trapper, der Cathie fast die Kehle durchgetrennt hätte, weil er das Kopfgeld, welches auf sie ausgesetzt ist, gut brauchen könnte, zu ihrem Beschützer wird, geht die Reise erneut weiter. Der Trapper bringt Cathie und den Jungen in Sicherheit zu seinem Freund, dem Häuptling der Shoshonen. Bei den Indianern lernen Bahati und Catherine noch viel mehr über die Natur und die Kunst in dieser zu Überleben. Aber das Lager der Shoshonen wird brutal überfallen, erneut erfahren die beiden so jungen Menschen unendlich viel Leid. Können Cathie und Bahati überleben und findet sie wenigsten ihre Mutter oder ihren Geliebten wieder?

Fazit: Bürgerkrieg, Liebe und Freiheit!
Fackeln im Sturm, das ist bei mir so eine Kindheitserinnerung, nun aber hat sich eine Schweizer Autorin erneut an den Stoff des amerikanischen Bürgerkrieges heran gewagt, beeinflusst und inspiriert vom Klassiker “Romeo und Julia” hat sie “Tränen der Freiheit” geschrieben. Mich hat die Zeit der Hauptprotagonistin bei den Shoshonen sehr berührt und auch die Erzählkraft, die die Autorin hat, welche manchmal doch sehr opulent oder pathetisch daherkommt, aber dann habe ich zu Ende gelesen und mir wurde bewusst, wie blutjung die Autorin ist, sechzehn Jahre alt, und so kann ich nur sagen, sie mich mit ihrem Roman glatt umgehauen. Famos, jetzt ist mir auch klar, dass Federicca de Cesco, welche ja auch in jungen Jahren zu Schreiben begonnen hat, diese junge Schweizer Autorin als wahr gewordenen Traum bezeichnet hat. Eine beeindruckende Leistung und ich bin gespannt, was da wohl noch kommen wird!

Meine Wertung: 7/10

Lisa Schneider / Tränen der Freiheit
Verlag: Riverfield, Seiten: 464

Manuela Hofstätter

Manuela Hofstätter

Habt keine Angst vor Büchern! Ungelesen sind sie ganz harmlos.
Manuela Hofstätter
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