Luca D’Andrea / Der Tod so kalt

by Manuela Hofstätter on 31. Mai 2017

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Jeremiah Salinger ist kein Bergler, aber die Liebe zu seiner Frau hat ihn aus Amerika in die Südtiroler Bergwelt gebracht, er spürt immer, dass er ein Fremder ist und nie ganz dazugehören wird in Siebenhoch. Doch er liebt seine Frau Anneliese und seine Tochter Clara und er ist fasziniert von seiner neuen Heimat und deren Geschichte. So kommt er denn auch auf die Idee zu seinem neuen Drehbuch. Gemeinsam mit seinem Freund Mike, dem Filmer, entwickelt sich die Idee, eine Serie über die Helden der Bergrettung der Dolomiten zu schreiben. Jeremiahs Schwiegervater hat die Bergrettung aufgebaut und ist ein geachteter Mann. Bei den Dreharbeiten kommt es zu einem schrecklichen Unglück, Jeremiah überlebt, wird aus dem eiskalten Wasser einer Gletscherspalte geborgen und lebt von nun an mit einem Trauma und Angststörungen. Er belügt seine Frau und den Arzt, denn er nimmt die verschriebenen Tabletten nicht ein. Doch Jeremiah befasst sich nun neu mit einem Massaker, welches sich vor dreissig Jahren während eines schlimmen Unwetters zugetragen hat, der Mörder wurde nie gefasst und das Bletterbach-Massaker ist ein sehr heikles Thema, über welches niemand im Dorf sprechen will. Drei junge einheimische und allseits beliebte so wie erfolgreich in ihrem Leben durchstartende Menschen wurden damals brutal hingerichtet, Jeremiah kann es nicht lassen, er will keine Erholung, wie er es Anneliese doch versprochen hat, er braucht eine neue Geschichte zur Ablenkung für sein Gehirn. Die Bletterbachschlucht ist eine geologische Sensation, das Besucherzentrum lockt jährlich tausende von Besuchern an, die fossilen Schätze geben Millionen Jahren Zeitgeschichte preis. Als Jeremiah recherchiert, verstrickt er sich immer mehr in die Geschichte seiner neuen Heimat, ins Schweigen des kleinen Dorfes, in die Abgründe der Schlucht und auch den Aberglauben und die Sagenwelt der Region. Immer näher kommt er an den Wahnsinn heran, der nach ihm greifen will, aber nähert er sich auch der Wahrheit? Gibt es die Bestie im Untergrund der Gewässer der Bletterbachschlucht doch? Hat der Jaekelopterus Rhenaniae hier überlebt?

Fazit: Die Bestie vom Bletterbach, gibt es sie?
Zweifellos gibt es die Bletterbachschlucht mit ihrem Besucherzentrum und ihren prähistorischen Schätzen, sie ist UNESCO Weltkulturerbe und gehört in die Heimat des Autors. Auch die Geschichte der Bergrettung in den Dolomiten ist stimmig in diesem Thriller, ebenso die lokalen Brauchtümer, welche uns anschaulich beschrieben werden. Inspiriert von seiner Heimat, ist dem Autor ein Thriller gelungen, der uns Gänsehaut macht und mit der Urangst in uns konfrontiert. Immer wieder vermag der Autor uns erneut das Grausen lehren und hat seinen Protagonisten glaubwürdige Charaktere erschaffen. Ich fand hier alles, was ein Thrillerherz begehrt und bin schauderhaft begeistert!

Meine Wertung: 8/10

Luca D’Andrea / Der Tod so kalt
Verlag: DVA, Seiten: 469

Manuela Hofstätter

Manuela Hofstätter

Habt keine Angst vor Büchern! Ungelesen sind sie ganz harmlos.
Manuela Hofstätter
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