Luca D’Andrea / Der Wanderer

by Manuela Hofstätter on 7. November 2019

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Kreuzwirt im Südtirol ist ein völlig schräger Ort, nahe an einem abgelegenen Bergsee gelegen und vom Tourismus ausgeschlossen, was kaum zu glauben ist. Die Familie Perkmann hat im Ort das Geld und somit das Sagen, man kann sich mit jedem Problem jederzeit an sie wenden und man bekommt Hilfe. Aber es gibt auch Gerüchte rund um diese machthabende Familie, wie etwa jenes verschwundener männlicher Familienmitglieder, welche dem Wahnsinn verfallen sein sollen. Vor zwanzig Jahren lag am Bergsee eine tote Frau, die narrische Erika nannte man sie, einerseits wegen ihres Lebenswandels als alleinerziehende Mutter, andererseits, weil sie immer mit Tarotkarten zugange war, um anderen die Zukunft vorherzusagen. Man munkelte auch, die Erika, die hätte mit den Tieren sprechen können. Sibylle, ist die Tochter von Erika, gleicht ihr mit dem blonden Lockenkopf verblüffend und mag immer noch nicht an den Freitod ihrer Mutter glauben. Als Sibylle ein Foto zugesendet bekommt, welches ihre tote Mutter am Bergsee zeigt und neben ihr ein lachendes Männergesicht, da weiss sie genau, was zu tun ist und sucht den Mann auf diesem Foto auf. Tony, einst der junge Lokaljournalist, ist heute ein gefeierter Starautor, staunt nicht schlecht, als er auf seinem Routinespaziergang mit seinem Schäferhund auf Sibylle prallt, welche mit ihrem Motorrad heran rauscht. Ein Messer an der Hüfte und ein wütender, wilder Blick in den Augen, zeigt sie ihm ein Foto, eines, das er so gerne vergessen wollte. Bald darauf sind Tony und Sibylle gemeinsam auf der Jagd nach der Wahrheit, sie geraten dabei an gefährliche Grenzen, kommen den Geheimnissen des Ortes auf die Spur und müssen feststellen, dass es Dinge gibt, die kaum fassbar sind. Im Wald am Bergsee geraten Tony und sein Bernhardiner in äusserste Not, als ein rotfelliges Etwas sie anfällt. Gibt es eine Schnittstelle zwischen den Welten, oder welche Kräfte bedrohen das Leben der beiden Forschenden?

Fazit: Unheimlicher Wanderer zwischen den Welten!
Luca d’Andrea hat mich mit seinem ersten Thriller “Der Tod so kalt” völlig überzeugt, nun legt er schon seinen dritten vor und beweist damit, wie wandelbar er doch ist. Dieser Autor versteht es, mit Fakten und Surrealem eine Geschichte zu entwickeln, welcher man sich nicht entziehen kann. Plötzlich ist da auch ein grotesker Irrwitz, etwas schräges Neues in diesem Thriller, ich kann es gar nicht wirklich benennen, man muss es einfach lesen. Auf jeden Fall schafft es der Autor wie gewohnt, Facts und Unfassbares zu vermischen und seinen Handlungsstrang schlüssig zu führen.

Meine Wertung: 7/10

Luca D’Andrea / Der Wanderer
Aus dem Italienischen übersetzt von Susanne Van Volxem und Olaf Matthias Roth
Verlag: Penguin, Seiten: 384

Manuela Hofstätter

Habt keine Angst vor Büchern! Ungelesen sind sie ganz harmlos.
Manuela Hofstätter

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