Lukas Hartmann / Die Deutsche im Dorf

by Manuela Hofstätter on 30. August 2005

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Tannwiler, kurz nach dem 2. Weltkrieg (1967), die Bewohner nehmen mit Argwohn eine neue Zuzügerin wahr, denn sie ist eine Deutsche! Untergebracht ist Frau Görres bei der Witwe Stucki, eine Deutsche, welche schon seit langem im Schweizer Dorf lebt, sich aber nie richtig integriert hat. Auch den drei Schulfreunden, Christian Simon und Otto ist diese Frau ein Dorn im Auge, die Buben hetzten sich gegenseitig an und kommen auf eine aberwitzige, schaurige These, Frau Görres ist nicht eine Frau und er ist Hitler, dies muss nur noch bewiesen werden. Der grobschlächtige Otto hat ja eine geheime Höhle entdeckt, worin sich eine Waffe befindet. ungeladen zwar , aber das muss ja der Angegriffene nicht wissen. Nur der feinfühlige Christian, kann die Katastrophe vom schlimmsten abwenden, aber er leidet ein Leben lang unter dieser Jugendschuld, als er mit zusammengetragenen Materialien schriftlich an seinen alten Freund gelangt, muss er feststellen, dass er Täter war und Opfer wurde und die wunderbare Bubenfreundschaft zur bösen Erinnerung wird.

Fazit
Feindbild Deutsche, wuchernde Jugendfantasien, mit einem Gerechtigkeitssinn und Geltungsdrang gepaart ergeben eine explosive Situation. Tragisch wie stark Rache- und Hassgefühle sind! Am traurigsten an dieser Geschichte ist nicht etwa, dass ein unschuldiger Transvestit das Leben lässt, sondern vielmehr, wie Schuld verleugnet wird, wenn man sie offensichtlich freilegt…

Meine Wertung: 5/10

Lukas Hartmann / Die Deutsche im Dorf
Verlag: Nagel & Kimche, Seiten: 302

Manuela Hofstätter

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Habt keine Angst vor Büchern! Ungelesen sind sie ganz harmlos.
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