Maja Lunde / Die Geschichte der Bienen

by Manuela Hofstätter on 10. Juni 2017

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China in der Zukunft. Wir schreiben das Jahr 2098, die Insekten sind ausgestorben, also auch keine Bienen mehr da, die Menschheit steht am Abgrund, die Menschen hungern und die Geburtenrate geht rapide zurück. Tau und ihr Mann leben da als einfachste Arbeiterfamilie, ihr ganzes Glück ist ihr Sohn Wei-Wen, für ihn erträumen sie sich ein besseres Leben. Doch die Kinder dürfen nur noch ganz kurz die Schule besuchen, dann gilt für viele auch schon der Arbeitsalltag. Tau ist ein Ast abgebrochen, etwas vom Schlimmsten, was bei der manuellen Bestäubung passieren kann, das heisst Lohnabzug und Tau ist traurig darüber. Eine Stunde am Tag darf die Familie zusammen sein, Tau möchte diese Zeit nutzen, um ihrem Sohn zu unterrichten, doch Wei-Wens Vater möchte, dass sein Sohn auch einmal spielen und lachen darf. Dann kommt einer der ganz seltenen freien Tage, die den Arbeiterfamilien gegönnt werden, ein Festtag soll es werden, einer nur für sie drei, doch dann passiert etwas absolut Schreckliches. — George lebt auf seiner Bienenfarm in Ohio und muss täglich hart arbeiten, um das Auskommen für seine kleine Familie und das Leben mit den Bienen zu meistern. Sie haben nur ein Kind, Tom, doch leider verschreibt sich dieser lieber der Literatur und der Schreiberei, als auf der Farm anzupacken. Die Mutter versucht zu vermitteln, doch George fordert von Tom ein Mindestmass an Engagement ein, um auf der Farm zu helfen. George baut alle Bienenstöcke selber, er beobachtet mit Unbehagen, wie andere Imker mit Pestiziden arbeiten und ihre Bienenvölker durch das halbe Land karren. Das Sterben der Bienen hat schliesslich auch ihn teilweise getroffen und er muss noch härter kämpfen. — England 1852, der Biologe und Samenhändler William hat keine beachtenswerte Entdeckung gemacht bislang, sein Mentor zeigt sich enttäuscht, William ist Vater von ganzen sieben Mädchen und nur einem einzigen Sohn. William ist der Schwermut erlegen und hat eine lange Zeit das Bett nicht verlassen, die Familie steht vor grossen existenziellen Nöten. Doch William rafft sich wieder auf, wenn nur die Mutter ihren Sohn nicht so verzärteln würde, immer lässt sie Edward in die Tage hinein schlafen und schützt sein liederliches Tun. Edward ist ein Taugenichts, Alkoholiker und interessiert sich nicht die Bohne für die Geschäfte und die Imkerei. Während William einen neuen Bienenkorb entwickelt, merkt er endlich, dass er seine Tochter Charlotte nie für voll genommen hat, ein Mädchen eben, so dachte er immer. Aber Charlotte, sie liebt die Bienen und teilt die Leidenschaft des Vaters schon lange. Können sie endlich gemeinsam Erfolge feiern?

Fazit: Die Menschheit vom Aussterben bedroht, Bienen sind einfach einzigartig wichtig!
Dieser Roman aus dem Norwegischen erhielt dort den Preis der Buchhändler, mit Recht, ein feiner Roman, einer, der an unsere Vernunft appelliert, zu unserer Natur und Umwelt Sorge zu tragen. Der Roman spielt in der Zukunft, der Vergangenheit und vor zehn Jahren auf drei Ebenen, in drei Familien, welche alle eine Geschichte verbindet, die im Zusammenhang mit den Bienen steht. Kunstvoll und voller Einfühlungsvermögen für ihre Protagonisten, nimmt uns die Autorin mit inmitten drei Familienleben in drei Ländern und Jahrhunderten. Dieser Roman bewegt!

Meine Wertung: 8/10

Maja Lunde / Die Geschichte der Bienen
Verlag: Btb, Seiten: 512

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