Mara Laue / Talisker Blues

by Manuela Hofstätter on 21. August 2012

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Kieran MacKinnon kam im Alter von achtzehn Jahren ins Gefängnis. Der Grund: brutaler Mord an seiner Freundin durch Messerstiche. Ihn selbst fand man sturzbetrunken auf der Leiche, die Taliskerflasche mit seinen Fingerabdrücken daneben. Diese Beweislast war glasklar. Heute, nach zwanzig Jahren Haft ist der Mann wieder frei und kehrt voller Sehnsucht in seine Heimat, auf die Insel Skye zurück. Kieran weiss bis heute nichts von seiner Tat, seine Erinnerung fehlt, er ist nach wie vor bestürzt und voller Trauer, dass er zu so etwas fähig war. Der Besuch bei seinen Eltern bringt ihm keine Versöhnung, der Vater würde ihn glatt erschiessen, nennt ihn nicht mehr seinen Sohn. Einzig ein Onkel hält zu ihm, dieser hat ihm die Tat schon damals nicht zugetraut und versucht ihm zu helfen. Plötzlich steht ihm auch sein Bruder zur Seite, besorgt Kieran einen Job bei Talisker in der Fabrik. Kieran ist ein attraktiver Mann und im Knast wurde er ebenso stark wie gebildet, er hat ein tadelloses Benehmen und ist ein Mann von Ehre, einzig diese schlimme Vergangenheit will ihm für immer das Leben verderben. Er rettet eine Frau vor dem Ertrinken und so sehr er dagegen anzukämpfen versucht, er verliebt sich in sie. Catie ist ausgerechnet die Tochter des Clanchefs der mächtigsten Familien auf Skye. Aber das Unheil holt Kieran schnell ein, den Job verliert er, sobald alle wissen, dass er der Mörder von damals ist und auch sein Zimmer wird ihm unmissverständlich gekündigt. Catie nimmt Kieran in ihrer Wohnung auf und sie hat beschlossen für diese Liebe zu kämpfen, denn für sie ist Kieran ein Wunder von Mensch und sie bezweifelt gar seine Tat in jungen Jahren. Doch es kommt noch viel schlimmer für das frischverliebte Paar, erneut wird eine Frauenleiche gefunden, blond wie vor zwanzig Jahren, genau dieselben Messerstiche und auf der Taliskerflasche Kierans Fingerabdrücke. Kieran weiss diesmal ganz genau, dass er keinen Mord begangen hat und er beschliesst dies auch zu beweisen. Liebt Catie etwa doch einen Mörder?

Fazit: Slàinte!
Dieser Schottlandkrimi ist von der Spannung her etwas vorhersehbar und weist fast schon Rosamunde Pilcher ähnliche Sequenzen vor für meinen Geschmack. Wohl eher ein leichter Frauenkrimi. Aber wenn man Schottland gerne mag und im Besonderen auch Skye, dann ist er eben doch ein Volltreffer, denn die Autorin kennt sowohl schöne schottische Musik wie auch den herrlichen Talisker und vieles aus der unvergleichlichen schottischen Tradition und Geschichte. Besonders gefällt mir natürlich darum auch, dass sie so manches in Gälisch oder Scots geschrieben hat in ihrem Krimi.

Meine Wertung: 5/10

Mara Laue / Talisker Blues
Verlag: Goldfinch, Seiten: 356

Manuela Hofstätter

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Habt keine Angst vor Büchern! Ungelesen sind sie ganz harmlos.
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1 Konstantin [derschoeneblog.de] August 22, 2012 um 09:26 Uhr

Mit deiner Rezension machst du es einem nicht leicht. Wirklich gern würde ich einmal eine. Schottlandkrimi lesen, bis auf Becket der Schottland einmal in den Fokus rückte, spielte es in den von mir gelesenen Büchern bislang keine Rolle. Auf der anderen Seite beschreibst du ihn als ‘Frauenkrimi’ und ‘vorhersehbar’, das lädt natürlich nicht gerade ein. Kannst du vielleicht andere Bücher empfehlen, in denen Schottland den Schauplatz stellt? Liebe Grüße

2 Manuela Hofstätter August 24, 2012 um 09:49 Uhr

Berühmt ist natürlich die Rebus-Reihe von Ian Rankin welche rund um Edinburgh spielt. Sonst wäre da noch “Eine Strasse in Schottland” (https://www.lesefieber.ch/buchbesprechungen/roger-hutchinson-eine-strasse-in-schottland/) oder “Das Auge des Feinschmeckers (http://www.oktoberverlag.de/index2.php?rubr=3/) welches bald erscheinen wird.

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