Marc Späni / Robins Garten

by Manuela Hofstätter on 22. Dezember 2016

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Florian arbeitet als Sachberater bei einer Versicherung, er ist ein rechtschaffener, besonnener und eher schüchterner, junger Mann. Florian besucht seine Grossmutter in der Altersresidenz, sie hat ihn um diesen Besuch gebeten und will ihm zudem ein paar Besorgungen in Auftrag geben. Florian freut sich, denn auf dem Weg, in unmittelbarer Nähe zur Altersresidenz, liegt auch der Fahrnihof. Er will endlich einmal wieder seinen guten Freund Robin besuchen. Robin hat sich durch seine Freundin Namwan auf Kräuter und Pflanzen spezialisiert. Aber die Grossmutter hält Florian bis zum Abendessen auf und er will nicht unhöflich erscheinen, aber er fühlt genau, dass irgendetwas in der Residenz vor sich geht und er bemerkt, dass er offenbar auch eine Rolle hat, denn er wird speziell behandelt und beäugt und beim Abendessen regelrecht mit Alkohol abgefüllt. Seine Grossmutter ist eine resolute Dame, weiss immer genau, was sie will, ihr lebenslängliches Wohnrecht in der Residenz ist einerseits ja ein Glücksfall gewesen, aber Florian macht der alte Kasten Angst. Die Bewohner der Residenz sind regelrecht in zwei Lager aufgeteilt, die einen sind sehr religiös, die Sektierer nennt man sie und die anderen eher Freidenker, so wie seine Grossmutter. Schliesslich weiss dann Florian auch, was das Theater zu bedeuten hatte, die Residenz, welche sich ja im Besitz der Alten befindet, soll von der Versicherung neu bewertet werden, eine drohende Abwertung würde für viele finanziell schlimme Folgen haben. Florian soll den Bescheid manipulieren, er ist sehr bleich, als er die Residenz verlässt. Florian fasst sich ein Herz, stirbt tausend Tode um das Richtige zu tun und muss dann feststellen, dass er mit seiner Moral als Einziger recht doof dasteht. Aber die Ereignisse überschlagen sich, plötzlich ist Florian etwas lebendiger, zwei Frauen bringen sein Herz in Schwung und in der Umgebung der Residenz und dem Hof seines Freundes treibt eine Bande ihr Unwesen und überfällt die Häuser und setzt sogar Schusswaffen ein. Die Angst geht um und als wäre das alles nicht schon genug chaotisch, sieht eine Rollenspielgruppe ihre Zeit gekommen und formiert sich als Bürgerwehr. Wenn das mal nur gut ausgeht.

Fazit: Gott, das Leben, die Langeweile und das Alter!
Dieser recht skurrile Kriminalroman ist wirklich eigenartig zu lesen, er entspannt aber gerade dadurch einen gewissen Sog. Vielerlei Themen, die uns im Leben bewegen, sind in der Handlung eingeflochten und nicht zuletzt regt das unser eigenes Denken an. Am Ende greift Robin zur Bierflasche, lehnt für dieses Mal den Tee seiner Geliebten ab und ich hatte nach der Lektüre auch gleich Lust, es ihm gleich zu tun. Ein Krimigeheimtipp, für alle, die das anspruchsvollere mögen, eine Herausforderung annehmen, Feng-Shui Liebhaber und Gartenmenschen, die Wolfsmilchgewächse nicht zu den Kakteen zählen! Neun Bagua-Zonen kennt man im Feng-Shui, sie decken alle Lebensbereiche ab, der Autor Marc Späni verwendet sie als neun Kapitel für seinen Kriminalroman.

Meine Wertung: 6/10

Marc Späni / Robins Garten
Verlag: Orte, Seiten: 187

Manuela Hofstätter

Manuela Hofstätter

Habt keine Angst vor Büchern! Ungelesen sind sie ganz harmlos.
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