Margaret Mazzantini / Das Meer am Morgen

by Manuela Hofstätter on 20. September 2012

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Es ist der letzte Sommer den Farid mit seiner Mutter in Libyen sieht, sie haben ihr letztes Geld einem Schlepper gegeben und steigen an Bord eines alten Kahn, knapp Gaddafis Truppen entkommen, hoffen sie heil nach Europa zu gelangen. Der Ort, an welchem man sie mit Pizza empfangen wird, Italien, dort soll ein neues Leben beginnen. Das Meer zeigt sich rau und kalt, die Mutter wie auch Farid, flüchten sich in Erinnerungen an ihr bisheriges Leben. Die Mutter weiss bald, dass ihr Traum von Freiheit wohl kaum erreicht wird, sie möchte nur noch Farid wärmen, nicht vor ihrem Sohn sterben müssen, ihn auf diesem letzten Weg begleiten. In Sizilien findet Vito eine arabische Kette am Strand, er ist ein junger Mann, bislang kümmerte ihn kaum etwas, er lebte von einer Party zur nächsten, doch jetzt beginnt er ernsthaft nachzudenken. Seine Mutter Angelina ist nämlich nicht eine waschechte Italienerin, sie wuchs in Libyen auf, doch als Gaddafi an die Macht kam, musste sie nach Italien fliehen. Vito weiss wie sehr sich seine Mutter nach ihrer Heimat sehnt, sie hatte dort eine grosse Liebe, ihren Ali. Auch Vito spürt eine leise Sehnsucht seinen Wurzeln nach zu reisen und er will sein Leben in die Hand nehmen. Ali und Angelina treffen tatsächlich aufeinander, sie ist nach Tripolis gereist um ihn zu suchen, aber sie findet einen Fremden vor, einen Ali, der für den libyschen Geheimdienst arbeitet und so gar nichts mehr mit dem Mann zu tun hat, welchen sie einst so liebte. Bestürzt trifft Angelina wieder in Sizilien ein, im Fernsehen blickt sie fassungslos auf die Bilder des ausgebrochenen Bürgerkrieges in ihrem Land. Später dann die unfassbare Nachricht, Gaddafi ist tot!

Fazit: Libysch-Italienische Schicksalsverbindungen.
Dieser kurze aber dafür einzigartig eindringliche Roman über zwei Jungs. Einer in Sizilien, einer aus Libyen, einer ganz jung, einer an der Schwelle zum Erwachsenen, der geht unter die Haut. Auch wenn sie nichts voneinander wissen, so haben sie doch fast ein ähnliches Schicksal, aber sie werden sich nie begegnen. Einzig die tragische, blutige Geschichte Libyens ist das Detail, das ihrer beiden Leben geprägt hat.

Meine Wertung: 7/10

Margaret Mazzantini / Das Meer am Morgen
Verlag: Dumont, Seiten: 128

Manuela Hofstätter

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Habt keine Angst vor Büchern! Ungelesen sind sie ganz harmlos.
Manuela Hofstätter
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