Margrit Schriber / Das Lachen der Hexe

by Manuela Hofstätter on 13. März 2006

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Es wird nicht wohlwollend beobachtet, dass der Kastenvogt Meinrad Gwerder eine Auswärtige heiratet, noch dazu eine mit einer Missgestaltung im Gesicht. Wir schreiben das Jahr 1706 in Muotatal und da es sich beim Gwerder um einen wichtigen Mann handelt, der dazu noch seine erste Frau verlor und nun mir einem Sohn alleine dagestanden wäre, akzeptiert das Dorf seine Frau halbwegs. Bald hat das Paar auch noch zwei eigene Kinder und die tüchtige Anna Maria kämpft für ihre Position im Dorf. Anfänglich konnte ihr einzigartiges Lachen, noch die urigen Dörfler anrühren, aber seltsam finden sie Anna Maria seit jeher und es kursieren seltsame Gerüchte über sie. Noch nie betrieb eine Frau ein Geschäft im Dorf, genau dies tut sie aber die junge Gwerderin und nicht übel, sie ist eine grossartige Händlerin und Geschäftsfrau. Bald stellt sie gar zwei Mädchen an und reisst sogar den Salzhandel an sich, die Dörfler tuscheln weiter ihr neidisch böses Geschwätz. Als Anna Maria an einem strahlenden Sonnentag die Bauern ermahnt ihr Heu ins Trockene zu bringen und es dann tatsächlich binnen weniger Minuten vom Himmel schüttet, da geht erstmals das Wort Hexe tüchtig um, eine die Wetter machen kann muss einen Packt mit dem Teufel haben. Dass dann der Sohn aus der ersten Ehe des Gwerders stirbt, macht die Sache nicht besser. Als später Gwerder selbst stirbt, ist dies auch der Anfang vom Ende für Anna Maria. Der Ketzerei beschuldigt, wird sie festgenommen, ihre Kinder litten schon lange unter dem Ruf der Mutter. Da Anna Maria nicht geständig wird, erleidet sie unsagbare Folterqualen, an welchen sie schliesslich stirbt. Im Muotatal kehrt wieder Ruhe ein.

Fazit
Eindrücklicher Historienroman, eine gelungene Ergänzung zu E. Haslers, “Anna Göldin” . Erschüttert stellt man fest, wie Neid zu Hass wird und dieses Muster, damals in Hexenprozessen, heute aber immer noch in anderen Formen, bestand hat.

Meine Wertung: 6/10

Margrit Schriber / Das Lachen der Hexe
Verlag: Nagel & kimche, Seiten: 142

Manuela Hofstätter

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Habt keine Angst vor Büchern! Ungelesen sind sie ganz harmlos.
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