Maria Goodin / Valerie kocht

by Manuela Hofstätter on 27. November 2013

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Nell ist eine vernunftbetonte, junge Frau geworden Sie ist Naturwissenschaftlerin und stets der Logik und den beweisbaren Fakten verpflichtet. Ihr Freund Mark ist ein hochintelligenter Mensch und schlicht klassisch schön, manchmal muss Nell ihn einfach unmittelbar berühren, denn es ist kaum fassbar, wie perfekt dieser Mensch ist und sie ist stolz, denn er gehört ihr. Die Liebe zu Mark ist ein sicherer Wert in Nells Leben. Einzig die Tatsache, dass der andere Mensch in ihrem Leben, welchen sie auch inniglich liebt und von welchem sie immer geliebt wird, seit sie auf der Welt ist, ihre Mutter, nicht so warm wird mit Mark. Und das findet Nell schade. Wobei, Mark kann auch gar nicht mit Valerie, er findet sie schlicht und einfach völlig durchgeknallt. Nell muss zugeben, dass auch sie ihre liebe Mühe mit der überbordenden Fantasie ihrer Mutter hat. Nell ist mit Geschichten aufgewachsen, doch ihren richtigen Vater kennt sie nicht und sie muss annehmen, dass auch die Geschichten über ihn vermutlich nicht der Realität entsprechen. Als Nell in der dritten Klasse ausgelacht und von der Lehrerin getadelt wurde, weil sie in einem Aufsatz eine Kindheitserinnerung beschreiben sollte, da war dies ein schlimmer Augenblick in ihrem Leben und sie musste bitter lernen, dass die Wahrheit das einzig Richtige ist. Dabei erinnerte sie sich so genau an die Bockwürste, welche bockten und aus der Pfanne sprangen und daran, wie lustig es aussah, wie ihre Mutter versuchte, die schlimmen Würste wieder in die Pfanne zu bekommen. Dabei ist dies wohl eine der harmlosesten Geschichten von Valerie. Jetzt geht Nell ihre Mutter besuchen und es wird ein längerer Aufenthalt, denn Valerie hat Krebs, sie wird sterben, aber auch dies sieht sie natürlich ganz anders. Von Mark motiviert geht Nell entschlossen auf ihre Mutter zu, schliesslich ist es die letzte Chance, die Wahrheit über ihre Kindheit und ihre Herkunft zu erfahren. Valerie liebt ihr Cottage, ihren grossen Garten und das Kochen und Backen, und sie liebt ihre Tochter und selbst wenn Nell ihr tüchtig zusetzt, Valerie bewundert Nell stets grenzenlos. Weil Valerie die Gartenarbeit kaum mehr bewältigen kann, stellt sie einen Gärtner an. Dieser komische Mensch scheint genauso verrückt zu sein wie Valerie. Nell muss fassungslos mit ansehen, wie dieser Kerl mit den Bäumen spricht und sich hervorragend mit Valerie versteht. Nell gräbt in der Vergangenheit, der Zufall bringt ihr einen Hinweis und sie kann so Einiges in Erfahrung bringen. Nells Gefühle geraten ziemlich in Unordnung und zum Glück ist Mark da. Er weiss immer kühl und nüchtern, was zu tun ist. Doch will Nell die letzte Zeit mit ihrer Mutter wirklich derart belasten, ist die Wahrheit das wert?

Maria Goodin, Valerie kocht

Fazit: Ein Hoch auf die Liebe und die Fantasie!
Ich habe mich auf Anhieb in dieses Buch verliebt. Vielleicht darum, weil auch ich keine Ahnung habe über vieles aus meiner Kindheit einerseits, aber viel mehr wohl darum, weil ich felsenfest von der heilenden Kraft der Fantasie überzeugt bin. Bücher, Märchen und Geschichten, sie sind ein wichtiger Wert und ein Schutz für jede Kindheit. Valerie ist eine unvergessliche Mutterfigur und ein grandioser Mensch, ich werde diese Geschichte nicht vergessen. Die Liebe dieser Mutter zur Natur, zu ihrem Kind und zur Fantasie ist etwas vom herrlichsten, was man lesen kann. Ich habe selten so gelacht, gestaunt, geweint und mich bestätigt gefühlt wie in diesem Buch, dass meine Backorgien eben auch wertvoll sind. Ein wahrlich einzigartiges, fantastisches Buch!

Meine Wertung: 9/10

Maria Goodin / Valerie kocht
Verlag: Kindler, Seiten: 348

Manuela Hofstätter

Manuela Hofstätter

Habt keine Angst vor Büchern! Ungelesen sind sie ganz harmlos.
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