Mariana Leky / Erste Hilfe

by Manuela Hofstätter on 20. August 2018

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Sie arbeitet nebenbei im Kleintierladen, ihr Chef ist ganz in Ordnung, bloss muss er den Laden oft ihr alleine überlassen, weil er so lärmempfindlich ist. Herr Mohr ist auch ein Chef, der ihr ständig vorhält, sie sei eben nicht vom Fach. Doch dieser Laden hat ihr Matilda geschenkt, eine Kundin, die zur Freundin wurde. Matilda kaufte immer Dinge fürs Aquarium ein und liess sich diese als Geschenk verpacken, und so kaufte sie eben heimlich Geschenkpapier und knüpfte bunte Schleifen nur für Matilda. Auch Sylvester war einfach zur rechten Zeit am rechten Ort in ihrem Leben und so wohnen sie nun zusammen, und wenn er sagt, ich liebe Dich, möchte er diesen Satz auch von ihr hören und sie tut ihm den Gefallen. Sylvester kann herrlich Geschichten erfinden, immer kann er etwas erzählen, seinen Frauen erzählt er auch zuerst viel und dann gar nichts mehr, dann geht er einfach nicht mehr ans Telefon, weil er ihnen nichts mehr erzählen will und sie auch sonst nicht mehr haben will. Das wird ihr nicht passieren mit Sylvester, sie haben sich das vorgenommen, nichts soll da hängen bleiben an ihnen und von ihnen und zwischen ihnen. Aber es freut sie riesig, dass er sich auch sofort so gut mit Matilda versteht, als sie sie heimbringt. Matilda kommt fast jeden Tag zu ihnen, doch nie bleibt sie über Nacht, dabei dürfte sie das gerne tun. Plötzlich hat Matilda Januar, den grössten Hund der Welt, an ihrer Seite und plötzlich klingelt sie eines Abends bei ihnen und bittet darum, auch über Nacht bleiben zu dürfen. Das ist gar kein Problem. Der ersten Nacht folgen viele weitere, denn Matilda hat ein Problem, sie hat Angst, verrückt zu werden und gemerkt hat sie das, als sie sich plötzlich nicht mehr getraut hat über die Strasse zu gehen. Matilda befürchtet, dass wenn man sich so viele Gedanken macht darüber, ob man verrückt werden könnte, dass man es vielleicht schon ist. Die Freunde reden ihr das natürlich aus und gut zu, aber dennoch wird die Situation immer schlimmer, Matilda kann gar nichts mehr, so gross ist ihre Angst geworden. Mitten in der Nacht fahren die Freunde los, um Matilda in eine Klinik zu begleiten, diese Autofahrt bringt sie alle an die Grenze ihrer Kraft und Hilfe erhalten sie keine befriedigende. So suchen sie Therapeuten auf, welche sie so oft sehr schnell hinter sich bringen wollen und als Sylvester findet, das reiche jetzt damit, findet Matilda, ein Versuch gehe noch und findet eine Therapeutin nach ihrem Geschmack. Geht es Matilda bald wieder besser, was wird aus ihrer Angst was aus den drei Freunden?

Fazit: Fordern Sie Ihre Angst heraus!
Diesen ersten Roman, den Mariana Leky 2004 geschrieben hat, den habe ich nun, neu im Taschenbuch erschienen bei Dumont, auch gelesen, nachdem mich ihr grosser Wurf “Was man von hier aus sehen kann” mächtig beeindruckt hat. “Erste Hilfe” ist ein schräger wie auch teilweise melancholischer und doch auch stellenweise komischer Roman um drei Menschen, die das Leben zusammengebracht hat und die sich in ihrer jeweiligen Art und Weise versuchen, in ihrem Leben und den verrücktesten Situationen beizustehen. Leky hat eine so eigene Sprache mit herrlichen Sätzen und Aussagen, ich mag ihre drei Protagonisten sehr und auch das Thema, in dieser verrückten Welt nicht verrückt zu werden. Angst zu haben ist hingegen eine immer verbreitetere Krankheit der Menschheit, Leky begegnet dieser Angst mit Ernsthaftigkeit und doch zugleich mit einem schelmischen Augenzwinkern, wie ich finde sehr gekonnt!

Meine Wertung: 8/10

Mariana Leky / Erste Hilfe
Verlag: Dumont, Seiten: 189

Manuela Hofstätter

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Habt keine Angst vor Büchern! Ungelesen sind sie ganz harmlos.
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