Mariana Leky / Was man von hier aus sehen kann

by Manuela Hofstätter on 1. September 2017

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Luise wächst in einem kleinen Dorf auf, zusammen mit einem richtig guten Freund, dem Martin. Martin will einmal ein berühmter Gewichtheber werden, Luise kann er immer gut hochheben und Martin hat es nicht leicht alleine mit seinem Vater und dem Alkohol, welcher den Vater noch zorniger und unberechenbarer werden lässt. Luise hat immerhin noch beide Elternteile, aber eigentlich auch nicht, ihre Mutter Astrid ist immer in ihrem Laden oder beim italienischen Eisverkäufer und immer mit der Frage beschäftigt, ob sie ihren Mann verlassen soll. Luises Vater ist der Dorfarzt, er hat auch immer sehr viel zu tun und nun hat er sich noch einer Psychoanalyse bei einem Herrn Dr. Maschke verschrieben und das hat der Familie einen Hund eingebracht, einen riesigen, unansehnlichen aber friedlichen Hund, der unter gewichtigen Umständen den Namen Alaska erhalten hat. Der Hund ist eigentlich die meiste Zeit bei Selma, sowie auch Luise ihre meiste Zeit bei ihrer Grossmutter Selma verbringt und Martin ist dort auch geborgen und der Optiker, der fehlt auch an keinem Tag seines Lebens neben Selma. Selma bedeutet für viele Menschen im Dorf sehr viel. Aber wenn Selma in der Nacht von einem Okapi träumt, versucht sie dies geheim zu behalten, doch Luise merkt es ihr sofort an und bald hat das Erscheinen des Okapis das ganze Dorf erreicht und alle wissen, an diesem Tag wird jemand sterben, das ist immer so, es ist eine Tatsache, welche niemand anzweifelt. Als der Tod nun zuschlägt und Martin durch einen Unfall ums Leben kommt, ist das ein so grosses Unglück, dass selbst Selma ins Wanken gerät. Am Tag der Beerdigung ihres besten Freundes klammert sich Luise schlafend an Selma und lässt sie nicht mehr los. Der Optiker versucht ihr wie immer eine Stütze zu sein, und als Selma die zehnjährige Luise schon ein paar Tage herumgetragen hat, ohne sie je von sich zu trennen, weist er sie sanft darauf hin, dass es nun Zeit sei für Luise, wieder loszulassen. Luise hat ihr ganzes Leben lang schon auf den Optiker und Selma gehört, also wacht sie nun auf und nimmt wieder am Leben teil. Während Luise eine junge Frau geworden ist und in ihrer Ausbildung zur Buchhändlerin steckt, reist ihr Vater um die ganze Welt und ihre Mutter hat sich zu ihrem Liebhaber hingewendet. Als eines Tages Alaska verschwunden ist, sucht das halbe Dorf mit um den Hund zu finden, aber als alle nicht mehr mögen, bleibt nur noch Luise draussen auf der Suche abends und staunt nicht schlecht, als plötzlich drei Mönche aus dem Wald heraustreten. Die Mönche bieten sofort ihre Hilfe an, Mönch Frederik sucht an Luises Seite, oder vielmehr findet Alaska mit ihr. Luise weiss nun, sie hat ihre Liebe des Lebens gefunden! Doch Frederik reist zurück nach Japan und erklärt ihr, er habe lange gebraucht, um den richtigen Weg für sein Leben zu finden. Was ist nun zu tun, fragt sich ein halbes Dorf, Selma und der Optiker haben auch viel zu besprechen, gibt es ein glückliches Ende?

Fazit: Lesen und die Welt mit anderen Augen sehen!
Mariana Leky hat mich mit ihrem Roman völlig erobert, ich las an einem Stück, ich lachte und lache immer noch, wenn ich nur an diese Geschichte, an dieses Dorf und seine herrlichen Menschen denke. Auch weinen musste ich, und wie, aber es ist ein ganz wunderbares Weinen, das dieser Roman auslösen kann. Ich werde ganze Sätze nie wieder vergessen, und dieser einzigartige Humor in der Sprache und Geschichte von Frau Leky, der ist einfach grandios! “Was man von hier aus sehen kann” gehört zu den raren, liebsten Büchern, die man ein Leben lang im Kopf und Herz behält. Diesen Roman kann man nicht beschreiben, man wünscht sich nur inniglich, es mögen ihn alle Menschen lesen! Weise, liebevoll, lustig und wahrhaftig gut!

Meine Wertung: 9/10

Mariana Leky / Was man von hier aus sehen kann
Verlag: Dumont, Seiten: 320

Manuela Hofstätter

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Habt keine Angst vor Büchern! Ungelesen sind sie ganz harmlos.
Manuela Hofstätter

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