Marie-Renée Lavoie / Ich und Monsieur Roger

by Manuela Hofstätter on 30. November 2013

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Eigentlich ist die kleine schmächtige Hélène acht Jahre alt, aber in ihrem Herzen und in ihren Taten ist sie ein Junge und heisst Joe, zudem ist er zehn Jahre alt und will sein eigenes Geld verdienen. Zehn Jahre alt muss man nämlich sein, damit man Zeitungen austragen darf und selbst wenn Joe in der Schule dann jeweils in der Tat recht müde ist und er manchmal den Zeitungskarren kaum mehr ziehen mag, Job ist Job und wo ein Wille ist, da ist auch Joe. Joes Leben ist nicht einfach, seine Schwestern, durch und durch mädchenhaft, der Vater, ein heimlicher Alkoholiker und eine überaus Strengsein wollende Mutter, sind oft eine Last, die in Joe das Gefühl aufkommen lässt, recht einsam auf dieser Erde zu sein. Joe studiert seine Mitmenschen, das Urteil ist fast immer hart, aber real! Dann zieht ein übellauniger alter Mann ins Nachbarhaus, Monsieur Roger. Keiner kann so fluchen wie Roger und keiner hatte je die Bewunderung des Mädchens, dass doch ein Junge sein will, verdient. Doch Roger und Joe, irgendwie besteht da ein Band zwischen Ihnen, die beiden sind irgendwie füreinander da und der alte Griesgram weiss so manchen Rat, der auch Hand und Fuss hat. Nur eines will Joe nicht glauben und akzeptieren, nämlich, dass Monsieur Roger eine derartige Todessehnsucht hat und heiss darauf ist, lieber noch heute als erst Morgen den Löffel abzugeben. Das kann nicht Monsieur Rogers Ernst sein, schliesslich sind er und Joe doch eine Art Freude fürs Leben geworden, oder etwa nicht?

Ich und Monsieur Roger

Fazit: Das Mädchen und der alte Griesgram, ein Lebenslehrstück!
Ein Mädchen und ein alter Mann. Zwei, die sich finden. Zwei, welche die Menschheit sehen, wie sie ist. Dieser Roman ist eine herrliche Lektüre, die beiden gehen einem zugleich ans Herz wie auch ans Eingemachte! Ein wahrhaft köstliches Buch, Lebenspoesie pur!

Meine Wertung: 8/10

Marie-Renée Lavoie / Ich und Monsieur Roger
Verlag: Hanser, Seiten: 250

Manuela Hofstätter

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Habt keine Angst vor Büchern! Ungelesen sind sie ganz harmlos.
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