Markus Werner / Am Hang

by Manuela Hofstätter on 30. August 2005

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Zwei Männer begegnen sich, völlig zufällig, der Jüngere setzt sich zum deutlich Aelteren, weil er Hunger hat und dies der einzige Tisch ist, wo es noch Platz hat. Schleppend beginnt ein Gespräch, der ältere Mann, er stellt sich als Herrn Loos vor, ist ein kurioser Zeitgenosse, einerseits glaubt der Jüngere, Loos sei verrückt, andererseits übt dieser Mann und was er so erzählt einen ungeheuren Sog auf ihn aus. Sie trinken viel und essen, man erzählt sich recht intime Dinge übers Leben. Loos scheint ein hoffnungsloser Pessimist, selbstherrlich schon beinahe, seine ewigen Behauptungen über die böse Welt, dennoch beschliessen die Männer sich am nächsten Tag nochmals zu treffen. Die Vertrautheit wird grösser, die Lebensgeschichten sind, so verschieden sie auch scheinen, doch beide ans Thema Liebe im Leben gebunden. Und auch an diesen Ort, an welchem sie jetzt gemeinsam sitzen. Angetrunken lädt der Jüngere Loos noch zu sich ein, was ist es an diesem Mann, was ihn so fesselt, wieso hat er gar Angst vor ihm. Als er Loos erneut treffen will erweist er sich als abgereistes Phantom, und hinterlässt seine letzten Worte für den Jüngeren als lebenslange Bedrohung: Leg Dich ins Bett mit Deiner Fehldeutung und vergiss nicht die Tür zu verriegeln!

Fazit
Ein ungeheuer kluges Buch, über das Leben und dass alles was wir tun, irgendwann auf uns zurückkommt. Ein Schweizer Autor, der es schafft. mit grossartiger Sprache und heutigen Themen einen dramenähnlichen Roman zu schreiben. Mich erinnert er ein wenig an Dürrenmatt !

Meine Wertung: 8/10

Markus Werner / Am Hang
Verlag: Fischer, Seiten: 190

Manuela Hofstätter

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Habt keine Angst vor Büchern! Ungelesen sind sie ganz harmlos.
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