Martin Lassberg / Steinroller

by Manuela Hofstätter on 23. Mai 2016

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Steinroller ist Höhlenmaler, aber das Volk versteht noch nicht so ganz, was Kunst ist und was er da am Erschaffen ist, besonders nicht sein Vater, Felsschmetterer, der Anführer, hat Mühe damit, dass sein Sohn nicht ein guter Jäger ist und zudem immer so viel Denken will. Denken ist in der Steinzeit nicht gerade das, was gebraucht wird, die Jagd ist wichtig und dass oft der Wolfssprung zwischen Weib und Mann vollzogen wird, damit der Nachwuchs das Überleben sichert. Als ein Stammesmitglied tot aufgefunden wird, zudem noch so flach gedrückt, als hätte ein Mammut auf ihm gestanden, sieht Steinroller seine Zeit gekommen. Er weist seinen Vater darauf hin, dass es sich hier wohl um Mord handle und dies kann Felsschmetterer nicht einfach so auf sich sitzen lassen. Dass es unter seinen Männern schon mal zum Totschlag kommt, ist nicht ungewöhnlich, aber dann steht einer wenigstens zu seiner Tat. Da zu befürchten ist, ein anderer Stamm könnte diese Tat auf dem Gewissen haben, willigt der Vater ein, dass sein Sohn dieser Sache auf die Spur geht, allerdings nötigt er ihn zuerst noch, sich endlich ein Weib zu nehmen, denn er befürchtet, dass dies sein Sohn sonst nie zustande bringen würde. So zieht Steinroller mit Weichhaar in eine neue Höhle ein, er ist sehr glücklich, denn schon lange ist sie ihm aufgefallen, sie ist Erfinderin und viel klüger als alle anderen Weiber und sie wäscht sich sogar jeden Tag. Steinroller hat auch einen Titel für seine Arbeit eingefordert und sogleich einen erfunden, er nennt sich fortan Kommissar und an seiner Seite agiert Otterfang als Helfer, denn er ist ein hervorragender Spurenleser. Auch für Otterfang erfindet Steinroller ein neues Wort, er nennt ihn Assistenten. Weichhaar hat ein neues Werkzeug erfunden, nennt es Pinzette und es leistet Steinroller sofort gute Dienste. Bald stellt sich heraus, dass sich unter den eigenen Jägern ein Fleischdieb befinden muss, aber ist er auch der Mörder? Plötzlich gibt es einen zweiten Toten. Steinroller und Otterfang müssen ihr Bestes geben, reisen sogar zu anderen Stämmen. Die Neandertaler, die sind nicht so schlimm, wie man es ihnen nachsagt und die Turits tatsächlich ein sehr weit entwickelt und modernes Volk. Zum Glück ist Steinroller ein so guter Denker, Otterfang ein grandioser Spurenleser und Weichhaars Erfindungen so praktisch. Dabei ist der Alltag in der Wildnis nach wie vor brutal, wenn ein Wildschein wertvolle Spuren zunichtemacht, die schwarzen Körner der roten Blume manche Menschen in einen unberechenbaren Zustand versetzen und man dazu plötzlich noch die Schwiegerkröte in der eigenen Höhle hat.

Martin Lassberg / Steinroller

Fazit: Der erste Kriminalfall der Menschheit! Das originellste Buch seit Jahren!
Beim Lesen dieses Steinzeitkrimis bleibt kein Auge trocken, ich habe selten so gelacht! Zudem beweist der Autor ein feines Gespür für die Menschheit, eigentlich ist alles schon Mal da gewesen, oder vielmehr, der Mensch entwickelt sich eigentlich kaum mehr weiter. Das muss man lesen, es ist wirklich kaum zu beschreiben, einfach ein herausragendes Leseerlebnis!

Meine Wertung: 9/10

Martin Lassberg / Steinroller
Verlag: Piper, Seiten: 240

Manuela Hofstätter

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Habt keine Angst vor Büchern! Ungelesen sind sie ganz harmlos.
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