Martin Suter / Allmen und die Libellen

by Manuela Hofstätter on 3. Januar 2011

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Ein Mann von Welt, ungemein elegant, belesen und enorm kultiviert, natürlich hat er einen Butler und natürlich spielt Geld für so einen Mann keine Rolle. Doch leider hat Allmen das Millionenerbe seines Vaters mit seinem Lebensstandard auf den Nullpunkt gebracht. Nun muss er sich lästigerweise doch ernsthaft Gedanken machen, wie er aus dieser Misere wieder einen Ausweg finden soll, zumal manche Gläubiger nicht mehr ruhig abwarten, nein gar rabiat werden wollen. Carlos, der treu ergebene Butler, arbeitet nur noch für Kost und Logis für Allmen und er ist nicht nur ein begnadeter Schuhputzer, nein, er ist ein vollendeter Untergebener und mit allen Wassern gewaschener Verbündeter wenn’s drauf ankommt. Ja und es kommt plötzlich ganz dick, denn der diskrete Antiquitätenhändler, welchem Allmen in der Not einige seiner Stücke verkaufte und welche leider auch zweifelhafterer Herkunft waren, diesen Händler findet Allmen brutal ermordet in seinem Laden. Allmen weiss nun, dass er wohl auch um sein Leben bangen muss und so erzählt er Carlos die leidige Sache: Nach einem rauschenden Opernabend landete Allmen bei der reichen und heisshungrigen JoJo im Bett in deren Vaters Villa am See. Bei einem ernüchternden Gang durch die Villa entdeckt Allmen eine Sammlung des Hausherrn und dort die fünf betörend schönen Jugendstil-Schalen von Gallé, welche ein Vermögen wert sind. Ja und die Schalen landeten, er gibt es ungern zu, auf nicht so edle Art und Weise bei Allmen und er war dabei sie dem nun ermordeten Händler zu verkaufen, was offensichtlich eine lebensgefährdende Dummheit war. Die Gallé-Schalen haben eine ganz eigene Geschichte und aus dieser kann Allmen jetzt nur mit Hilfe von Carlos einen Ausweg finden, wenn das überhaupt noch möglich ist.

Fazit
Martin Suters Auftakt zu einem Fortsetzungswerk mit dem Duo Allmen und Carlos ist ein amüsantes Häppchen im Januarloch, welches uns Lust macht auf mehr. Also bin ich gespannt, wie es dann weiter geht mit diesem schelmisch angerichteten Menü…

Meine Wertung: 6/10

Martin Suter / Allmen und die Libellen
Verlag: Diogenes, Seiten: 195

Manuela Hofstätter

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Habt keine Angst vor Büchern! Ungelesen sind sie ganz harmlos.
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{ 2 comments… read them below or add one }

1 Steffi Juli 13, 2011 um 11:52 Uhr

Wer lesen kann, ist klar im Vorteil. Hier ist ja das Vorgängerbuch. Was mich wundert ist, dass du den zweiten Teil gelesen hast, obwohl dich der erste ja nicht ganz so begeistert zu haben scheint. Schließlich hat er nur 6 Punkte von dir bekommen. Oder hat man als Buchhändlerin da keine andere Wahl? Vlg

2 lesefieber Juli 13, 2011 um 12:16 Uhr

Die Erwartungen an Suter und seinen ersten Serienkrimi waren hoch. Hätte ein wenig mehr erwartet, deshalb “nur” eine 6/10. Im zweiten Teil hat sich Suter schon auf eine 7/10 verbessern können. Bin sehr gespannt auf die weiteren Fälle!
Als langjährige Leserin von Suters Büchern müsste schon sehr viel schiefgehen, dass ich als Buchhändlerin ein Buch von ihm links liegenlasse ;-))

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