Martin Suter / Der Koch

by Manuela Hofstätter on 5. Februar 2010

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Eigentlich wäre Maravan ein besserer Koch als seine Vorgesetzten im Zürcher Nobelrestaurant, in welchem er als Küchenhilfe arbeitet. So lassen ihn die Köche denn auch ab und zu Aufwändiges erledigen, aber sie würden ihn nie dafür loben. Neuerdings ist die bildschöne Andrea im Service dazugekommen, die hofft diesen Job nicht auch wieder so schnell zu verlieren, ihr Äusseres bringt die Männer zum durchdrehen, ach wie sie diese billigen Anmachereien hasst und müde ist. Einzig der tamilische Mann, die Küchenhilfe, lässt Andrea in Ruhe, sie bewundert Maravans Eleganz und Können aus der Ferne und schliesslich vereinbaren sie ein Date. Das Date kam nur zustande, weil Andrea Zeugin wurde, wie die Köche Maravan schikanierten, sie wollte ihm eine Verbündete sein und die andern ärgern. Maravan aber hat sich bis über beide Ohren verliebt in Andrea, er will ihr ein ganz einzigartiges Abendessen Kredenzen, ein Geheimnis aus seiner Heimat steckt in den vielen Gängen, welche er hingebungsvoll zubereitet. Wahrhaftig, Andrea kommt, isst, staunt und lobt und es Endet in einer zärtlichen Liebesnacht. Leider ist Maravans Glück nicht von Dauer, bald steht eine wütende Andrea vor ihm und verlangt zu wissen, welche Drogen er ihr ins Essen getan habe, denn dass sie mit ihm geschlafen habe, sei alles andere als normal… Die “Drogen” jedoch sind uralte aphrodisierende Rezepte, und es gelingt Maravan dies Andrea zu erklären. Andrea macht sich so einige Gedanken, schliesslich haben sie beide den Job verloren und darum hat sie jetzt eine glänzende Idee, sie gründen eine eigene Firma, sie und Maravan, werden exklusive Lovemenues inszenieren, mit der Garantie auf Liebeserfolge. Einzig Maravans Ethikgefühl muss noch besänftigt werden, doch sie helfen ja bloss Ehepaaren, ihre Liebe wieder zu entflammen. Der Erfolg ist berauschend und leider weitet sich das Geschäft auch auf andere Kunden aus, Maravan ist resigniert, seiner Moral entspricht es nicht, was sie da nun so treiben. Als sich dann bei den Lovemenues auch korrupte Figuren aus Politik und Wirtschaft einfinden, kommt es zum Eklat. Schliesslich hat Maravan ein Ehrgefühl und eine tiefe liebe zu seiner Heimat und darum tut er auch alles um Menschen zu stoppen, die Übles im Sinn haben.

Fazit
Ein neuer Martin Suter, das heisst Lesevergnügen pur! in Der Koch gelingt es dem Autor seinen üblich süffigen überraschenden Roman zu liefern und diesen nebenbei noch mit seinem fundierten Wissen über die Politik und Wirtschaft zu spicken und dies auf raffinierte, elegante Art und Weise! Wahrlich ein Roman wie ein berauschendes Menü!

Meine Wertung: 9/10

Martin Suter / Der Koch
Verlag: Diogenes, Seiten: 309

Manuela Hofstätter

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Habt keine Angst vor Büchern! Ungelesen sind sie ganz harmlos.
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1 flattersatz Juni 1, 2010 um 06:02 Uhr

mich hat dieser suter nicht so vom hocker gerissen. ich fand ihn etwas überfrachtet mit themen und daher zerrissen. immer noch ein gutes buch, aber mir haben andere deutlich besser gefallen, in denen er enger bei seiner geschichte geblieben ist. lg fs

2 lesefieber Juni 13, 2010 um 14:28 Uhr

… ja, das hat was, da gebe ich dir recht. Diesen Sutter müsste man in ein paar Jahren erneut lesen …

3 fba September 19, 2010 um 17:22 Uhr

fand ich nicht den besten Roman von Suter. Obwohl er viele interessante Themen anschnitt und gekonnt miteinander verband, fehlt mir etwas die Handlung in diesem Werk. Zu lange passierte nichts und zu oft gab es Wiederholungen. Dennoch liest sich auch dieser Suter gut…

4 Steffi Juli 10, 2011 um 15:26 Uhr

Es waren einfach ein paar zu viele Zutaten, die Suter hier in den Kochtopf geschmissen hat. Dennoch fand ich die Idee, die hinter der Story steckte sehr innovativ und die Geschichte sehr unterhaltend. Für mich war dieses Buch mein erster Suter. Es werden weitere folgen…

5 Michael April 23, 2012 um 16:21 Uhr

Einiges im Romanaufbau ist unmotiviert und irritiert den Leser.
Erstens: Der langweilige Dalmann-Strang passt am Anfang nicht zum wirklich prickelnden Maravan-Strang und wird über den Huwyler-Strang nur zufällig mit diesem verknüpft. Besser wäre wohl eine Rückblende gewesen.
Zweitens: Dass sich Maravan zum “letzten Gericht” bereit erklärt, ist ebenso wenig nachvollziehbar wie Makedas Wandlung von der Geliebten eines Waffenschiebers zum Racheengel.

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