Mathias Kressig / Götterrache

by Manuela Hofstätter on 13. November 2019

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Nick Schröder will den wohlverdienten Urlaub auf Mallorca geniessen, er ist BKA-Beamter und wurde soeben in den Medien hoch gefeiert, weil er den Kopf eines Drogensyndikats festnehmen konnte. Enrico Parzelli, auch die Hydra genannt, sitzt nun in Untersuchungshaft und wird wohl nicht so schnell wieder einen Strand aus der Nähe sehen können. Nick Schröder kann bald auch nicht mehr daran glauben, noch irgendetwas von der Welt sehen zu dürfen, als er in Gefangenschaft zu sich kommt. Die Polizeibeamten von Freiburg werden an den Schlossbergring in eine Wohnung gerufen, wo sich ihnen ein entsetzliches Bild für immer in ihre Köpfe einbrennt, eine Leiche liegt in der Badewanne. Jan Weiler vom LKA wird als Fallanalytiker beigezogen, die verkohlte Leiche in der Wanne lässt keine Zweifel offen, sie haben es hier mit einem grausamen Mord zu tun. Spätere Untersuchungen bringen ans Tageslicht, dass dieser Mord durch einen kleinen Hammer vollzogen worden ist, einen, wie ihn nur etwa Goldschmiede kennen. Die Eltern des ermordeten Mirko Benhagels werden im Gespräch nach Feinden ihres Sohnes befragt und die Beamten merken, dass Frau Benhagel wohl etwas mehr erzählen möchte, als ihr Mann. Bald spitzt sich die Lage zu, die ermittelnden Beamten der Freiburger Polizei, des LKA und BKA wissen nun, Nick Schröder ist entführt worden, der Drogenboss scheint seine Leute instruiert zu haben zu morden bis er frei gelassen wird, aber wie ist dies möglich, der Kerl sitzt in Haft? Bald liest man vom Journalisten Ralf Bröker Unglaubliches in der Zeitung, er wittert die Story seines Lebens, dabei ist er zum Sprachrohr Parzellis geworden. Dann wird das zweite Kind der Familie Benhagel ermordet, Caro Benhagel. Caros Tod zeigt den Beamten auf, die Mörder inszenieren Ihre Taten, im Falle von Caro dieses Mal geradezu liebevoll. Caro Benhagel wurde erdrosselt und liebreizend geschminkt inmitten von Blumen gefunden. Die Ermittlungen sind kaum im Gange, da trifft es auch Klaus Benhagel, er und seine Frau suchten Trost beim Besuch eines klassischen Konzertes, da wurde er mit einer Geige erschlagen. “An der Freiburger Kirmes wird ihr Glanz vergehen, und ihr Licht wird die strahlende Kraft für immer verlieren!”, diese seltsamen Worte mit einem Kartenausschnitt, der offenbar Himmelsgestirne zeigt, erreichen die Ermittler und lösen ein Grossaufgebot der Einsatzkräfte aus. Die Beamtin Vock und Weiler haben sich bei der Zusammenarbeit mehr als nur kennengelernt, doch diese private Geschichte darf eigentlich nicht sein, denn Weiler hat Familie, Frau und Kind. Doch sie arbeiten gut gemeinsam und werden so aufs Riesenrad geschickt, um sich einen Überblick zu verschaffen. Auch Medienleute sind zahlreich vor Ort, was wird geschehen? Oder wurden alle an der Nase herumgeführt, findet hier nur eine Ablenkung statt, um einen neuen Mord woanders auszuführen? Leider nicht, der Mord findet statt, mitten im Fahrgeschäft der Attraktion “Rache der Götter” wurde ein Mann mit einer Dreizacklanze direkt vor den Augen anderer Leute erstochen, von einer Frau, wie die schockierte Augenzeugin aussagt, die direkt neben dem nun Erstochenen lag. Kurz darauf findet man in der Nähe der Universität eine weitere Leiche, es handelt sich um einen Onkel Nick Schröders, er wurde durch einen Pfeil getötet. Fünf Morde, die Benhagelmorde scheinen nicht in Verbindung mit den zwei anderen Morden zu stehen und eben doch dieselbe Handschrift zu tragen. Die Beamten stehen unter enormem Druck, da taucht der freigelassene Nick Schröder wieder auf. Er hat ein Ultimatum von ein paar Tagen gestellt bekommen, Parzelli sei frei zu lassen oder die Morde würden weiter gehen, und er weiss auch sein eigenes Todesdatum. Nun ist klar, hier wird gemordet in Nachahmung und Verehrung griechischer Götter, aber warum, wo sind die Zusammenhänge? Wird der Götterrache nun Einhalt geboten? Mitnichten, es gibt noch viele griechische Götter und die Beamten werden noch schlimm an der Nase herumgeführt. Stirbt zum Finale hin Nick Schröder, oder kommt Enrico Parzelli frei? Viele Fragen und viele atemberaubende Szenen stehen uns noch bevor …

Fazit: Lege dich nicht mit den falschen Göttern an!
Mathias Kressig hat hier gemeinsam mit Co-Autorin Denise Jost-Cueni einen atemberaubenden Kriminalroman geschrieben und seinen Erstling “Mythos” noch übertroffen. Bereits auf Seite zwanzig haben wir eine Leiche und einen vielversprechenden Plot, der mehr als nur gehalten wird. Ein Drogenboss in Haft, der sich seiner nahenden Freiheit sicher ist, eine geheimnisvolle, mordende Frau, die Griechische Mythologie und ein entführter BKA Beamter sorgen ebenso für einen nicht abreissenden Spannungsbogen wie die Presseleute, die mitmischen wollen und eben, für uns Lesende, eine Stimme, die sich immer wieder meldet, berichtet aus ihrer Gefühlswelt, es ist die Stimme der Co-Autorin Denise Jost-Cueni, doch wem leiht sie diese bizarre Stimme im Kriminalroman? So spektakulär wird in Kriminalromanen selten gemordet, das darf man sich nicht entgehen lassen, aber Vorsicht, dieses Buch hat eine überirdische Macht, legen sie sich nicht mit den alten Göttern an … Ich habe Sie gewarnt!

Meine Wertung: 9/10

Mathias Kressig / Götterrache
Co-Autorin: Denise Jost-Cueni
Verlag: Diversum, Seiten: 280

Manuela Hofstätter

Habt keine Angst vor Büchern! Ungelesen sind sie ganz harmlos.
Manuela Hofstätter

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