Matt Haig / Ziemlich gute Gründe, am Leben zu bleiben

by Manuela Hofstätter on 31. März 2016

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Matt hat ein gutes Leben, es gibt viele Menschen, die ihn mögen und auch einige, die ihn lieben, seine Freundin Andrea allen voran. Doch dann, eines Morgens, Matt ist vitale 24 Jahre alt, empfindet er alles komplett anders. Andrea geht auch davon aus, ihr Freund sei krank, Matt will nicht mehr aufstehen, und als er dann doch nach draussen geht, muss er sich übergeben. Eine Grippe vielleicht? Rasch aber ist es klar, Matt leidet unter einer Depression, der Krankheit, die immer noch am meisten Menschenleben auf dem Gewissen hat. Depression ist also eine richtig lebensbedrohliche Krankheit, doch keiner kann sie äusserlich auf einen Blick erkennen, ein gebrochenes Bein hingegen wäre herrlich, da wird man sofort von allen bemitleidet und unterstützt. Matt fällt tief, sehr tief und er erzählt offen und ehrlich darüber. Medikamente gehören zu seinem harten langen Weg zurück ins Leben wie auch seine Entscheidung, es eben teilweise doch ohne diese schaffen zu wollen. Matt ist ein Mensch, der über einen feinen Humor verfügt und über einen neugierigen wachen Geist, kennt die Stars und die grossen Politiker, die alle auch an Depressionen leiden und litten. Wir erfahren von feinen Unterschieden zwischen der Krankheit Depression und depressiven Lebensphasen, die wirklich ja absolut jeder Mensch durchmacht. Wir nehmen Teil an Matts Geschichte, so unmittelbar, so stark, unser Wissen über diese tragische Krankheit wird enorm. Matt lebt und lacht wieder, er weiss, diese Krankheit ist nicht heilbar, er weiss, sie kann jederzeit zurückkommen, doch er ist gewappnet und weiss ganz genau, er kann es wieder und wieder mit ihr aufnehmen, jedes Mal besser noch, als er das zuvor konnte.

Matt Haig / Ziemlich gute Gründe, am Leben zu bleiben

Fazit: «Ich bin der Himmel. Die Depression ist nur die Wolke.»
Dieser Roman ist die autobiografische, tief bewegende wie auch lehrreiche und bereichernde Geschichte über die Krankheit Depression. Wir erlangen viel Wissen, erfahren viele Fakten und erleben einen Fall und eine Rückkehr ins Leben des Autors. Dies ist ganz und gar kein trauriges Buch, im Gegenteil, Matt Haig hat so eine feinsinnige, humorvolle und achtungsvolle Art zu schreiben. Ein wichtiges Buch, ein absolut feines! Ein Roman über diejenige Krankheit, die am meisten Menschenleben auf dem Gewissen hat.

Meine Wertung: 8/10

Matt Haig / Ziemlich gute Gründe, am Leben zu bleiben
Verlag: DTV, Seiten: 310

Manuela Hofstätter

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Habt keine Angst vor Büchern! Ungelesen sind sie ganz harmlos.
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