Mechtild Borrmann / Der Geiger

by Manuela Hofstätter on 23. Februar 2013

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In Moskau, unter Stalins Herrschaft, verbeugt sich der allseits berühmte Geiger Ilja Grenko vor seinem Publikum, welches ihm frenetisch applaudiert. Nie macht Ilja auch nur einen Schritt ohne seine wertvolle Geige, eine Stradivari. Aber er kann nicht wie gewohnt zu seiner Frau und seinen Gästen gelangen wie erwartet, nein, er wird schnell und roh verhaftet. Zuerst ist sich Ilja sicher, dass es sich um eine böse Verwechslung handeln muss und man ihn rasch entlassen wird, aber sein Arrest dauert an und seine Gewissheit, dass sein Leben, sein normales Leben zu Ende ist auch. Er unterschreibt das infame Geständnis, in welchem er des Landesverrates überführt wird unter der Bedingung, dass man seine Frau und seine Kinder in Ruhe in Moskau weiter leben lassen solle. Ilja kommt ins Arbeitslager, sein Alltag ist von harter Arbeit geprägt, erst ist da der Wille zu überleben, dann ist da plötzlich kaum mehr etwas. Galina und die Kinder werden verbannt, es schmerzt die Frau des grossen Geigers, dass ihr Mann sie verlassen hat, ja verraten, in Wien soll er leben, das war in den Zeitungen zu lesen. Galina kämpft und versucht ihre Kinder durch die harten Wintermonate zu bringen, zum Glück ist sie auf eine Freundin getroffen, welche ihnen hilft. Gar an die Liebe und eine bessere Zukunft vermag Galina nach langer Zeit wieder zu glauben. Kann das Glück wenigstens für manche Grenkos ein Bisschen aufleben? Jahrzehnte später fragt sich das der Enkel Sascha, soeben wollte er seine Schwester endlich treffen und muss Zeuge werden, wie diese ermordet wird. Ein Brief aus dem Nachlass der Schwester enthält Hinweise über ihren Grossvater und die damals verschollene Stradivari, welche nie wieder in den Familienbesitz der Grenkos zurückkehrte. Sascha will den Mörder seiner Schwester finden und er will die Wahrheit über die Vergangenheit seiner Grosseltern endlich aufgeklärt haben. Ein gefährliches Unterfangen.

Fazit: Ein überaus spannender Kriminalroman aus einer dunklen, russischen Vergangenheit.
Eindrücklich, wie die Themen Verrat, Schuld und Ehre die Personen dieses Romanes durch ihre Handlungen treiben. Ein guter Krimitipp für alle, welche auch gerne noch ein Stück Vergangenheit und Geschichte aufleben lassen mögen.

Meine Wertung: 7/10

Mechtild Borrmann / Der Geiger
Verlag: Droemer, Seiten: 296

Manuela Hofstätter

Manuela Hofstätter

Habt keine Angst vor Büchern! Ungelesen sind sie ganz harmlos.
Manuela Hofstätter
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