Meg Mullins / Der Teppichhändler

by Manuela Hofstätter on 18. März 2006

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Er hat seine Frau Farak im Iran zurückgelassen und lebt nun in New York, er denkt immerzu an sie und stellt sich vor, wie es dann wird, wenn er genug Geld verdient hat und sie zu ihm kommt. Uschmann ist Teppichhändler, Farak schickt ihm jeden Monat ein paar Teppiche, sein Ruf ist gut und er hat einen Kundenkreis aufgebaut. Seine beste Stammkundin Mrs. Roberts hat in jedem Raum einen Teppich, sie kommt gar wöchentlich in seinen Laden, sie ist aber eine sehr anspruchsvolle Kundin. Plötzlich teilt ihm seine Frau mit, sie verlasse ihn, sie bekomme ein Kind, es ist nicht Uschmanns Kind, Farak hat mehrere Babys verloren, Uschmanns Babys, dies hat die beiden als Paar entzweit. Eigentlich könnte eine muslimische Frau ihren Mann gar nicht verlassen, aber weil Uschmann in die Staaten ging, kommt sie damit durch. Uschmanns Welt bricht zusammen, er war also unfähig, er konnte Farak kein Kind machen, das blieb. Er ist am Flughafen, stellt sich vor, sie würde ankommen, er könnte ihr diese Freiheit zeigen, ein neues Leben in einem neuen Land. Da fällt sein Blick auf Stella, ihrer zugleich auf ihn. Das Unmögliche passiert. Ein älterer Iraner und die junge Amerikanerin sitzen bei Kaffee zusammen und erzählen sich etwas aus dem Leben. Stella hat ihre Eltern zum Flughafen gebracht, sie reisten nach Europa, nach Venedig. Die Beiden trennen sich, Uschmann gibt Stella die Visitenkarte seines Geschäfts, er ist hin und weg, ihre direkte Art, ihre Unschuld und Schönheit haben ihn berührt, er denkt an nichts anderes mehr als an sie. Tagelang, wochenlang, aber es ist unmöglich, doch dann steht die junge Frau urplötzlich vor ihm im Laden, weinend, Buschmann tröstet sie und erfährt, dass ihre Mutter in Venedig aus heiterem Himmel einen Selbstmordversuch begann, sie sprang über eine Brücke hinaus, einfach so. Dies ist der Beginn einer unglaublichen Liebesbeziehung zwischen Stella und Uschmann, langsam unendlich langsam bewegen sie sich aufeinander zu. Auf einem Teppich im Laden kommt es schliesslich zum ersten Liebesakt, Stella war noch Jungfrau. Leider hat der Teppich einen Blutfleck abbekommen und Uschmann bemerkt diesen erst, als er den Teppich bei Mrs. Roberts sorgfältig ausrollt. Zuerst musste Mrs. Roberts den Fleck entdecken, dann den Tod ihres Mannes. So kommt es, dass Uschmann bei dieser Dame bleibt, obwohl er mit Stella verabredet wäre, später begleitet Stella ihn zur Beerdigung von Mr. Roberts. Auf dieser Beerdigung begegnen sich die beiden Frauen und alles was ist gerät in eine andere Dimension.

Fazit
Ein Iraner, der die Freiheit entdeckt und ein wunderbares Frauenbild im Herzen trägt. Eine Geschichte über Leben und Sterben und was dazwischen wichtig ist oder eben nicht. Ein sinnlicher, tiefgehender Roman!

Meine Wertung: 9/10

Meg Mullins / Der Teppichhändler
Verlag: Berlin, Seiten: 255

Manuela Hofstätter

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Habt keine Angst vor Büchern! Ungelesen sind sie ganz harmlos.
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