Melanie Raabe / Die Falle

by Manuela Hofstätter on 9. November 2016

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Sie lebt völlig zurückgezogen, seit über zehn Jahren verlässt sie ihr Haus nicht mehr, schaut Ihrem Hund zu, wie er draussen herumtollt oder ihrem Gärtner, der den Umschwung ihres Hauses pflegt. Linda Conrads, dies ihr Künstlername, ist eine gefeierte Bestsellerautorin, Geld ist für sie kein Thema, das hat sie zur Genüge. Doch ihre Vergangenheit, die lässt sie nicht los. Damals, als sie ihre Schwester Anna am Boden liegend in einer Blutlache fand, etliche Messerstiche hatten ihre Schwester aus dem Leben gerissen, sie hatte sie aufgefunden und sie hatte damals ihren Mörder gesehen. Bruchteile von Sekunden nur, doch diesen starren Blick, diese hellblauen, kalten Augen, niemals wird sie den Anblick vergessen. Der Mord ist unaufgeklärt geblieben, damals galt gar sie als Verdächtige, versuchte selber auch den Mörder zu finden, erfolglos. Jetzt aber, Linda hat diese Augen im Fernsehen wiedererkannt und findet rasch heraus, wie der Mörder heisst und sie schmiedet einen Plan. Sie wird ihn überführen, das ist alles, was sie will, den Mörder ihrer Schwester dingfest machen. Sie studiert alles über diesen Mann, was sie finden kann; ein zugegebenermassen eindrucksvoller Lebenslauf, ein offenbar beherzter, guter Mensch und Vater, völlig unbescholten, ein hervorragender Journalist. Eines Tages steht plötzlich wütend Lindas Verleger und zugleich einer der wenigen Menschen in ihrem Leben in ihrer Küche und hat einen seiner legendären, cholerischen Anfälle. Wie konnte sie es nur wagen, ohne mit ihm Rücksprache zu nehmen, an die Presse zu gehen, einen Interviewtermin abzumachen, ausgerechnet sie, die doch noch niemals ein Liveinterview gegeben hat und warum zum Teufel ausgerechnet mit einem Journalisten, der rein gar nichts mit der Kulturbranche zu tun hat, und überhaupt, ob sie nun endgültig den Verstand verloren habe, plötzlich einen Thriller zu schreiben. Der Wutanfall war berechtigt, Linda kann ihren Verleger verstehen, sie mag ihn sehr, sie garantiert ihm einzig, es sei ein gutes Buch, zu gerne würde sie ihm die ganze Wahrheit sagen, doch das ist zu gefährlich. Nun ist sie mit Eifer dabei, alles über Verhörtechnik zu lernen, stellt sich ihren Ängsten und tut alles, um bei dem bevorstehenden Interview ihr Ziel zu erreichen. Aber der Journalist reagiert nicht wie geplant, Lindas Leben scheint ein einziger Albtraum zu sein, hat sie sich tatsächlich so getäuscht, ist die Wahrheit viel schlimmer für sie?

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Fazit: Ein Thrillerdebüt vom Feinsten!
Melanie Raabe hat es mit ihrem Thriller locker geschafft, mich um den Schlaf zu bringen und ich musste dieses Buch ein einer Nacht fertig lesen, atemlos angespannt war ich dabei, bin erschrocken, als mein Mann ins Bett kam; so soll es sein. “Die Falle” ist ein richtig guter Titel für diesen Thriller, die Geschichte fesselt und hat mich völlig fasziniert, denn einerseits lesen wir, was die Protagonistin gerade erlebt und auf einer anderen Ebene, was vor elf Jahren passiert ist und zudem lesen wir im Thriller noch ihren Thriller über die ganze Mordgeschichte, mit welchem dem Journalisten ja klar werden soll, dass sie genau weiss, dass er der Mörder ist! Ist er dass? Oder ist Linda doch verrückter, als es uns lieb ist? Wendungen bis zum Ende hin lassen uns im Ungewissen!

Meine Wertung: 8/10

Melanie Raabe / Die Falle
Verlag: BTB, Seiten: 351

Manuela Hofstätter

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Habt keine Angst vor Büchern! Ungelesen sind sie ganz harmlos.
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