Merete Morken Andersen / Ein Meer aus Zeit

by Manuela Hofstätter on 2. November 2005

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Die sechzehnjährige Ebba weiss ganz genau was sie tut, als sie an diesem Mittsommermorgen das Haus verlässt. Sie trinkt noch ein Glas Orangensaft, dies leere Glas füllt dann den Geschirrspüler, welchen sie nun zuklappt und anlässt… Ebba zieht sich die Stiefel ihrer Mutter über die Füsse, nimmt das Seil aus dem Auto und hängt sich und ihr Leben im angrenzenden Wald auf. Ebbas Mutter Judith, eine geniale Musikerin aber verbittert und kalt, verliert völlig den Boden unter den Füssen, sie verfällt in Wahn und Trauer. Ihr Zwiegespräch mit der toten Ebba ist ein Bild des Lebens. dass sich Mutter und Tochter eingerichtet hatten. Ebba war alles was Judith noch hatte, denn niemals verkraftet sie die Trennung von Ebbas Vater Johan, schliesslich war sie doch eine Königin und erkor ihn zum König, als die Prinzessin geboren wurde, schien das Reich perfekt. Doch Johan lebt nun mit einer neuen Frau zusammen, mit Minna und sie haben auch ein Kind gekriegt, süss ist sie klein Jennifer. Auch Johan versucht in Gedanken Abschied zu nehmen von Ebba, auch in seinem Kopf entsteht ein Bild, sie hatten es doch so schön, er und Ebba, sie waren doch so gleich, sie waren voller Worte, immer eins. Ebba liebte klein Jennifer und mochte Minna doch so gerne, aber Ebba ist tot, sie hat sich das Leben genommen. Nun muss Johan zu Judith, sie müssen reden, die Beerdigung steht vor der Tür, es muss alles besprochen werden, es graut Johan vor diesem Gespräch und Zusammentreffen. Dann war da noch Ebbas Freund, er hat Ebba gefunden und vom Baum geholt, auch er hat ein Bild von Ihr. Ebba ist weg, Ebba hat ihre Ruhe gefunden, alles was sie sagen wollte, hat sie in einem Brief an klein Jennifer geschrieben, doch der soll warten bis das kleine Mädchen auch sechzehn Jahre alt ist. Dieser Wunsch wird Ebba erfüllt.

Fazit
Ein tief bewegender Roman, psychologisch dicht und anrührend, man kann nicht aufhören zu lesen und am Ende ist man traurig und froh zugleich für Ebba. Gewiss beide Elternteile haben sie geliebt, aber wie, jeder hat sich diese Tochter zusammengebastelt wie er wollt und leider nicht erkannt, wie es wohl in diesem Mädchen drin ausgesehen hat, sie war ja immer so vernünftig… Die Geschichte einer Familie und wie vieles zerbrechen kann, obwohl oft geredet wird, doch wenig verstanden.

Meine Wertung: 9/10

Merete Morken Andersen / Ein Meer aus Zeit
Verlag: btb, Seiten: 382

Manuela Hofstätter

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Habt keine Angst vor Büchern! Ungelesen sind sie ganz harmlos.
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