Michael Theurillat / Wetterschmöcker

by Manuela Hofstätter on 30. Januar 2017

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Kommissar Eschenbach staunt nicht schlecht, als ihm seine Sekretärin Frau Mazzoleni berichtet, ein Mann, der zu ihm wolle, habe sich nicht abwimmeln lassen und warte seit über drei Stunden schon auf ihn. In seinem Büro findet er dann diesen Mann vor mit dem längsten wallenden Bart, welchen Eschenbach je gesehen hat, er sitzt am Boden und steht dann erstaunlich schnell von ebendiesem auf. Ein Wetterschmöcker namens Alois aus dem Muotathal ist er, er hat den weiten Weg nach Zürich unter die Füsse genommen, weil er sich um eine Frau namens Clara sorgt, welche ihn jede Woche besucht und nun diese Woche nicht erschienen ist. Der beeindruckende aber auch recht eigenartige Gast wird von Eschenbach beruhigt und abgewiesen, er wäre ohnehin im falschen Kanton auf dem Polizeiposten. Kurze Zeit später wird Eschenbach an einen Tatort gerufen. An einem unzugänglichen Platz wurde ein Mensch auf rituelle Art verbrannt. Eschenbach und sein langjähriger Freund von Matt, Chef der Spurensicherung, verbringen die kalte Nacht gemeinsam dort vor Ort. Clara Thüring wurde offenbar verbrannt, sie gehörte zum Topkader von Glowmax, einem Rohstoffgiganten. Die Spurensuche führt Eschenbach ins Muotathal, zu eisern schweigenden Menschen und einer kuriosen Eliteschule, welche offenbar Kinder auswählt, welche sich durch Resilienz wie auch durch einen überdurchschnittlichen Intelligenzquotienten von der Masse abheben. Dieser Fall bereitet Eschenbach viel Kopfzerbrechen und er verstrickt sich zu gefährlich darin. Zum Glück kann Eschenbach auf seinen guten Freund, den alten Lenz zurückgreifen, welcher einerseits Alkoholiker, andererseits aber ein hochintelligenter Mann ist. Schliesslich setzt Eschenbach gar den Landfrieden zwischen Zürich und Luzern aufs Spiel, um diesen Fall lösen zu können. Ob dieser gefährliche Schachzug aufgeht?

Fazit: Elite an der Macht, alles Psychopathen!
Schon auf den ersten Seiten in Theurillats Krimi beschleunigte sich mein Herzschlag, so clever, so einzigartig zu lesen war schon lange kein Krimi mehr für mich. Wie konnte ich die vorhergehenden Fälle von Eschenbach nur verpassen?! Ein famoser Kommissar ist das und sein Gefolge steht ihm in nichts nach, Lyrik gar liefert dieser Krimi und gleich mehrere brisante Themen. Psychopathen allüberall in Machtpositionen ist für mich so eine Folgerung aus Theurillats Wetterschmöcker, das stimmt nachdenklich. Ja, dies ist ein Krimi, der das Denken ankurbelt, spontan ziehe ich Vergleiche, irgendwie etwas zwischen Fred Vargas und Arne Dahl habe ich da gelesen, ach nein, Theurillat ist eine eigene Klasse!

Meine Wertung: 9/10

Michael Theurillat / Wetterschmöcker
Ein Kommissar-Eschenbach-Krimi
Verlag: Ullstein, Seiten: 352

Manuela Hofstätter

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Habt keine Angst vor Büchern! Ungelesen sind sie ganz harmlos.
Manuela Hofstätter
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