Miranda July / Der erste fiese Typ

by Manuela Hofstätter on 27. Februar 2016

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Cheryl ist Single, hat kürzlich die vierzig Jahre hinter sich gelassen und ist heimlich schon lange in Phillip, den deutlich älteren, gleich gesinnten Mann verliebt, der auch in derselben Firma, in welcher Cheryl arbeitet, tätig ist. Cheryl ist eine fanatische Minimalistin, alles bei ihr wird optimiert, verknappt, kurz gehalten. In ihrem Haushalt stapelt sich kein Geschirr, denn sie isst immer mit demselben Teller, kein Buch liegt herum, lesen kann man schliesslich stehend beim Buchregal und so kann man sogleich den Band wieder am richtigen Ort hinstellen. Die Firma bietet Kurse in Selbstverteidigung für Frauen an, den Hauptumsatz machen sie mit den Fitness- und Trainingsvideos, welche sich gut verkaufen. Cheryl ist sich sicher, Phillip wird die aussergewöhnliche Verbindung, die zwischen ihnen besteht, bald richtig einordnen und sie werden ein glückliches Paar werden. Doch es ist dann doch eine andere Person, welche bei Cheryl einzieht. Clee, die blutjunge, vollbusige und blonde Tochter ihrer Chefs. Sie ist das pure Chaos und Cheryl hasst dieses dümmliche, junge Ding, aber sie konnte ihren Chefs diese Bitte nicht abschlagen. Zu allem Elend, das sie nun schon in den eigenen vier Wänden aushalten muss, kommt noch die schockierende SMS von Phillip hinzu. Phillip offenbart Cheryl das Geheimnis, mit einer Sechzehnjährigen liiert zu sein, er möchte nun den Segen von Cheryl haben, um diese Beziehung in die horizontale Ebene zu bringen. Cheryl schweigt vorerst zu diesen Anfragen, schliesslich hat sie plötzlich schlagkräftige Auseinandersetzungen mit Clee und stellt erstaunt fest, diese als äussert belebend zu empfinden. Als Clee unter Tränen eröffnet, schwanger zu sein, ist der Beziehungsstatus zwischen Clee und Cheryl längst schon gefestigt, es ist klar, sie werden das Baby behalten. Clees Eltern reagieren empört, das ganze Umfeld von Cheryl gerät in Aufruhr, doch es stehen noch weitere Herausforderungen bevor.

Miranda July / Der erste fiese Typ

Fazit: Fies und schräg!
Julys Roman ist für mein Empfinden von der Story her absolut gelungen angelegt, artet dann aber leider für mich zu vulgär und fies eklig aus. Diese Autorin erinnert mich in Ansätzen an Sibylle Berg, erreicht deren Kunstfertigkeit aber nicht. Vom Buchcover, Klappentext und Titel her habe ich einfach einen humorvollen Roman erwartet, war dann aber eher schockiert denn amüsiert. Kein Buch für jeden Leseliebhaber, aber vielleicht gerade das fiese, schräge Ding, das aus der Menge heraussticht?

Meine Wertung: 4/10

Miranda July / Der erste fiese Typ
Verlag: Kiepenheuer & Witsch, Seiten: 336

Manuela Hofstätter

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Habt keine Angst vor Büchern! Ungelesen sind sie ganz harmlos.
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