Miriam Pielhau / Radiergummitage

by Manuela Hofstätter on 2. Juni 2014

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Maja Pauli wird 35 Jahre alt, dieser Tag steht unmittelbar bevor und dieser Tatsache kann sie nicht entgehen. Genau genommen stellt diese Zahl aber einiges auf den Kopf im Kopf der doch eigentlich recht lustigen Schauspielerin am Braunschweiger Theater. Maja spielt schliesslich am Theater nie die zweite Geige, sie hat ein Engagement als Hauptdarstellerin und dies heisst nicht völlig verarmt, sondern nur arm zu leben und zu feiern. Die Aldi-Sektflaschen allerdings knallen an Majas Geburtstag nicht, das obligate und obligatorische Feiern und Besaufen zu diesem Anlass verschiebt Maja vehement auf einen anderen Abend. Ihren Geburtstag verbringt sie alleine zu Hause und beschliesst, von nun an jeden Monat eine besondere Mission zu erfüllen. Lauter Sachen und Aufgaben, welchen sich eine Maja sonst wohl nie gestellt hätte. Maja ist in Liebesangelegenheiten bislang eher kläglich gescheitert. Karl, der letzte Kerl in ihrem Leben, ist ja nunmal verheiratet, dummerweise hat er dies Maja nicht mitgeteilt. Richtig schlimm verliebt ist Maja aber schon lange in die noch weitaus schlimmere Type von Mann, Edu, ein eitler, selbstverliebter Hauptdarsteller, also quasi Arbeitskollege von Maja und zudem Frauenheld, wie die Welt noch keinen schlimmeren gesehen hat. Maja sieht eben etwas anderes in Edu und hofft, ihn zu erobern. Immerhin ist sie schonungslos ehrlich zu ihm und kann ihm sagen, wie bescheuert er eigentlich ist und Edu versteht es, zurückzuschlagen. Maja ist zum Glück noch abgelenkt mit Ihren Missionen, denn diese haben es oft ganz schön in sich. Ein Schönheitseingriff am eigenen Leib etwa oder als Kerl auf Eroberungstour zu gehen sind da noch die leichteren Übungen. Bei der Mission “alleine in die Ferien” zu gehen, da greift Maja ihre alte und liebste Freundin, die Wahloma Lina mit Rat und schliesslich Buchung der Ferien tüchtig unter die Arme. Lina ist wirklich ein Glücksfall, die alte Dame hat ein Leben geführt, welches frei, wild und doch mit einer erfolgreichen Ehe gekrönt war. Lina kann Maja in so manchen Situationen dann auch so richtig zur Seite stehen. Aber was wird dieses Lebensjahr nun wirklich alles verändern? Können Majas Missionen der Schlüssel zum Glück sein, oder gar die grosse Liebe in ihr Leben zaubern?

Miriam Pielhau / Radiergummitage

Fazit: Ein Roman wie ein Theaterstück, in zwölf Akten!
Maja und ihr Umfeld als Schauspielerin am Theater, das ist eine recht eigene Welt, oft auch eine klein wenig turbulent und verrückt, ein grosses Theater eben. Aber die richtige, normale Welt, diese holt Maja ein und ihre Sehnsüchte lassen sie so über manche Stränge schlagen. Viele von Majas Missionen haben mich sogar ein wenig aufgebracht, andere haben mich irgendwie motiviert. Immer wieder schön im ganzen Buch und Theater war der urtümliche, gute Charakter und die direkte, ehrliche Art der Protagonistin Maja. Ein oft lustiger, manchmal schräger und ab und zu auch nerviger Roman. Und wem Maja vielleicht zu quirlig ist, der findet vermutlich doch Freude an ihrer famosen Wahloma.

Meine Wertung: 6/10

Miriam Pielhau / Radiergummitage
Verlag: Dumont, Seiten: 351

Manuela Hofstätter

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Habt keine Angst vor Büchern! Ungelesen sind sie ganz harmlos.
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