Mirjam Pressler / Rosengift

by Manuela Hofstätter on 30. August 2005

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Eine Krimiautorin, allein stehend, mittleren Alters, fährt des Nachts an eine Schlägerei heran und springt zu ihrem eigenen Erstaunen dagegen ein. Die aus der Nase blutende junge Frau will diese Hilfe nicht , hau ab sagt sie nur, und zu guter letzt ist sie auf Tage, ja Monate einquartiert bei der Schriftstellerin. Die 18jährige ist gleichgültig, nimmt alles an und klaut sich noch weniges dazu, eine eigenartige Beziehung entsteht zwischen den beiden Frauen, wenn man es denn überhaupt so nennen darf… Aber die einsame Autorin blüht auf, lässt erlebtes in ihren neuen Krimi einfliessen und verliebt sich nach zwei gescheiterten Ehen sogar wieder, so richtig schön und über beide Ohren. Einzig und alleine die Tatsache, dass Annabella eines Nachts sturzbetrunken heimkehrt und nur durch ihre Hilfe die Sache überlebt, gibt Risse in die neue kleine Welt. Die Autorin fühlt sich in ihre Kindheit versetzt, die Mutter war Alkoholikerin und sie selbst ein Mädchen von 12 Jahren, welches nicht mehr konnte und seiner Mutter einmal sagte, sie solle doch genug trinken um zu sterben. Dies setzte ihre Mutter dann kurz später in Form eines Selbstmordes in die Tat um. Als Annabella dann mit ihrem Geliebten schläft, während sie auf Lesereise ist, nimmt das Drama seinen Lauf.

Fazit
Faszinierend verschachtelte Geschichte, auf der einen Seite die literarische Arbeit der Autorin an ihrem neuen Krimi, auf der andern die Zuspitzung ins Kriminelle ihrer eigenen Gedanken. Starke Figuren. Diese Schriftstellerin, vielleicht gar leicht schizophren, in Zwiegesprächen mit ihrer bei der Geburt verstorbenen Zwillingsschwester, fesselt die Leserin extrem, gar bedrückend. Was passiert nicht alles, wenn Menschen psychische Schäden haben, im Buch und wohl erst im richtigen Leben!? Erinnert mich an Ingrid Noll.

Meine Wertung: 6/10

Mirjam Pressler / Rosengift
Verlag: Bloomsbury, Seiten: 249

Manuela Hofstätter

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Habt keine Angst vor Büchern! Ungelesen sind sie ganz harmlos.
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