Monika Baur / Wurzeln im Sand

by Manuela Hofstätter on 16. Juni 2011

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Eleni war Griechin, ihre Mutter Artemis heimlich immer noch den alten Göttern treu, herrschte und Eleni ging. Bloss Deutschland hatte nicht so viel Sonne für Eleni wie ihre Heimat und so nannte sie dann auch ihre Tochter Sarah “meine kleine Sonne”. Die kleine Sonne vermochte das Schicksal nicht aufzuhalten und so stand sie im kindlichen Alter von neun Jahren am Grab ihrer Mutter, Sarahs Weg war von nun an gezeichnet. Sarahs Vater heiratet bald eine andere Frau, welche Sarah auch eine wirklich gute Ersatzmutter ist, sie liebt Sarah wie eine eigene Tochter, aber sie muss mit ansehen, wie die junge Frau eine innere Kälte und Distanz zu allen Menschen bewahrt. Sarah ist eine betörend schöne Frau, ihr Geist aber ist sarkastisch, sie spielt mit den Männern, amüsiert sich über deren Gehabe, heiratet dann Mark, weil er sich doch so Mühe gegeben hat. Es ist eine seltsame Ehe, kinderlos und bald belastend. Mark, der diese Schönheit erobern wollte, kapituliert nun doch ob deren Unnahbarkeit, er wird gar aggressiv um wenigsten eine Gefühlsregung von seiner Frau zu sehen. Sarah begegnet durchaus Menschen, welche erkennen, dass sie Herz und Tiefe hat, diese Dinge aber unter Schock und Trauer begraben liegen, doch irgendwie schafft sie es auch, diesen Menschen auszuweichen. Schliesslich bricht sie ihre Ehe mit einem Drama, durch einen Unfall, bei welchem der Bruder ihres Mannes stirbt und Sarahs Gesicht entstellt wird. Sarah muss nicht nur mit der Scham leben, dass ihre Affäre aufgeflogen ist, sie muss auch ertragen, dass sie von vielen als Schuldige für einen Todesfall angesehen wird. Sarah droht endgültig zu entgleisen, da erreicht sie eine Einladung aus Arizona, ausgerechnet von Fernando. Fernando, ein Freund aus ihrer Kindheit und Jugend, welcher so viel jünger er auch war, sie inniglich gern hatte, Sarah hat Fernando nie vergessen und so schwierig die Umstände auch sind, sie folgt seiner Einladung. Vielleicht Sarahs Rettung?

Fazit
Ein kleiner, junger, deutscher Verlag, eine besondere Entdeckung für alle, welche das Besondere suchen. Monika Baurs Roman las sich für mich anfangs nicht ganz so leicht, doch dann fesselt Sarahs Schicksal und ihre Charaktere ungemein. Dies ist ein psychologisch spannender Roman, er dreht sich um das Wesen der Menschen und warum wir so wurden, wie wir sind. Einerseits unsere Wurzeln, was die Kindheit uns bescherte, für mich besonders eindrücklich, wie wichtig unsere Eltern für uns sind, und dann, welche Entscheidungen wir trafen und welchen Menschen wir begegneten und nicht zuletzt, wie das Schicksal uns mitspielte.

Meine Wertung: 6/10

Monika Baur / Wurzeln im Sand
Verlag: Caminando, Seiten: 347

Manuela Hofstätter

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Habt keine Angst vor Büchern! Ungelesen sind sie ganz harmlos.
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