Monika Dettwiler / Meerfeuer

by Manuela Hofstätter on 20. Februar 2009

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Wir schreiben das Jahr 1862, die junge Augustine Wiser ist aus Amerika in den Jura gekommen um zu kuren in ihrer alten Heimat. Der Gymnasiast Rudolf Niggeler ist auf der Kantonsschule in Porrentruy. Rudolf hat die junge Frau schon so lange beobachtet und sie, Augustine, hat dies mit Unruhe im Herzen bemerkt. Als Rudolf sich endlich getraut Augustine einen Blumenstrauss zu überreichen, ist dies der Anfang einer ganz besonderen Liebe. Rudolf, Atheist, kämpft für seine Karriere und freie Meinung des Menschen, Augustine, Papsttreue Katholikin, findet ihre Kraft im Glauben und in ihrer Kirche. Vorerst kann dieser krasse Meinungsunterschied der Liebe der jungen Leute nichts anhaben, selbst als der Vater Augustine zurückholt nach New Orleans, lebt ihre Liebe weiter im geheimen Briefwechsel des Paares. In New Orleans muss Augustine den Sezessionskrieg miterleben und gerät darin in grosse Gefahr. Augustine hat ihr Leben lang nichts anderes gekannt, als dass sie mit Sklaven lebte, aber sie kann nun die Anliegen der Nordstaaten durchaus auch verstehen, jeder Mensch soll frei sein dürfen. Doch diesen Krieg kann Augustine nicht verstehen, selbst ihr Vater wechselt die Fronten je nach dem, was für sein Geschäft gesünder ist. Die Liebe per Briefwechsel muss in acht Jahren Höhen und Tiefen durchleben, beinahe hätten beide anderweitig geheiratet und alles wäre zerbrochen. Doch nun lässt der Vater Augustine wiederum in die Heimat reisen, es kommt zur Hochzeit in Bern, aber damit noch lange nicht zu ruhigen Zeiten für das frischgebackene Ehepaar. Rudolf ist eine geachtete Person geworden in der Regierung, er gilt als ärgster Feind der romtreuen Katholiken und aussgerechnet seine Frau verkehrt im Berner Jura in den inzwischen verbotenen Kreisen eben dieser Leute. Inzwischen sind die Eheleute auch Eltern geworden, schaffen sie es ihre Liebe zu retten über ihre politischen und religiösen Dispute hinaus?

Fazit
Ein ungemein spannender Roman über eine starke Frau und Persönlichkeit. Wir erfahren viel über den Kulturkampf in der Schweiz der frühen 70er-Jahre des 19. Jahrhunderts. Vielleicht gibt uns der Roman auch Anstösse über die heutige katholische und reformierte Kirchgemeinde nachzudenken. Aber auch der Rück- und Einblick in den Sezessionskrieg in Amerika gelingt bewegend. Die Autorin hat ein Stück Familiengeschichte aufgearbeitet und uns auch ein Stück Geschichte wieder näher gebracht. Zudem finde ich die Liebesgeschichte dieses Paares äussert schön, mutig und aussergewöhnlich für deren Zeit!

Meine Wertung: 8/10

Monika Dettwiler / Meerfeuer
Verlag: Zytglogge, Seiten: 317

Manuela Hofstätter

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Habt keine Angst vor Büchern! Ungelesen sind sie ganz harmlos.
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