Najat El Hachmi / Der letzte Patriarch

by Manuela Hofstätter on 15. Mai 2011

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Mimoun Driouch, kommt zur Welt in einer ärmlichen Marokkanischen Familie, welche er dadurch errettet, denn vor ihm gebar die Mutter nur Mädchen. Schon als Baby war er anders, sein Vater sah sich gezwungen ihm seine erste Ohrfeige zu verpassen, da war Mimoun zarte sechs Monate alt und sein ganzes Leben lang versucht man all seine Taten zu erklären mit diesem fatalen Vorfall. Gewiss musste er als Junge noch Dinge erleben, die kein Kind erleben sollte, doch ganz gewiss hat er es schon immer in sich gehabt, das Anderssein, seine Aussetzer, seine Anfälle. Mimoun geht seinen Weg, unbarmherzig, wild und eigentlich eine Schande für seine arme Familie. Doch die Familie willigt sogar ein, als er unbedingt das keuscheste Mädchen des Dorfes heiraten will, eigentlich kann er sich das nicht leisten. So wächst der Patriarch, prügelt seine Frau, welche ohne jegliche Schuld ist und alles aushält, als sie ihm Söhne schenkt, passt ihm dies verkehrterweise nicht, dann kommt die ersehnte Tochter. Mimoun reist nach Spanien, er muss Geld beschaffen, aber meistens versäuft und verhurt er das meiste davon. Jahrelang lässt er gar seine Familie in Marokko zurück und lebt mit einer Spanierin zusammen. So brutal dieser Mann auch ist, so gerissen ist er doch und die Frauen, fallen alle auf ihn herein. Dann aber gibt es ein Telefongespräch und seine Tochter richtet das Wort scharf an ihn, es zeigt erstaunlicher weise Wirkung und er holt seine Familie nach Spanien. Alles ist neu in diesem Land, der Familie geht es anfänglich einmal ganz gut, doch natürlich währt diese Ruhe nicht lange an. Die Familiengeschichte der Driouchs, ist unerträglich, besonders für die Frauen, doch Mimouns Tochter schlägt zurück, sie will ihren Weg gehen, und dieser Weg ist kein Weg, den ihr Vater gutheissen kann. Wer so viel Schlimmes gesät hat, Erntet die grösst möglichste Schande. Ein Patriarch wird gebrochen von seiner Tochter!

Fazit
Ein Roman, der uns in eine so fremde und unverständliche Kultur Einblick gewährt. Allerdings kochen die Gefühle schnell in uns hoch, zu sehr hassen wir diesen Patriarchen bald und leiden und es nimmt so lange kein Ende. Die Autorin schlägt aber einen sarkastisch-ironischen Ton an und rettet damit alles und wir lesen zu Ende und können trotz dieser Schreckensherrschaft des Patriarchen durchaus oft schmunzeln. (Vielleicht am Besten dann lesen, wenn man ohnehin gerade sauer ist auf die Männerwelt … oder aber unbedingt, wenn es “Frau” gut geht, genug gut, um zu ertragen, was Frauen bis heute zu ertragen haben in manchen Kulturen!)

Meine Wertung: 6/10

Najat El Hachmi / Der letzte Patriarch
Verlag: Wagenbach, Seiten: 346

Manuela Hofstätter

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Habt keine Angst vor Büchern! Ungelesen sind sie ganz harmlos.
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