Neil Gaiman / Der Ozean am Ende der Strasse

by Manuela Hofstätter on 17. Dezember 2016

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Er kehrt zurück an den Ort seiner Kindheit, sein Elternhaus, das wurde abgerissen und ein neues Haus steht stattdessen am selben Platz, er ist hergekommen wegen einer Beerdigung. Er sucht aber am Ende der Strasse den Hof der Familie Hempstock auf, und dort angekommen findet er alles noch so vor, wie es damals in seiner Kindheit war. Er war damals sieben Jahre alt und Lettie Hempstock war grösser, sie war schon elf und zugleich seine einzige und beste Freundin. Die ganze Familie, es waren einfach die Hempstock Frauen, waren seine sichere Zuflucht, waren für ihn da, während die Welt aus den Fugen geriet. Mit einem Schlag erinnert er sich am Ententeich an seine Kindheit, denn der Ententeich, das war in Letties Wirklichkeit der Ozean und er wurde mit ihr in diesen hineingerissen. Eine absolut verrückte Geschichte kommt ihm da wieder in den Sinn, das Böse war in seinem Elternhaus eingebrochen, es kam aus der anderen Welt und er war Schuld daran, er hatte nicht richtig auf Lettie gehört, hätte ihre Hand nicht loslassen dürfen. Doch dann hatte er sein Bestes gegeben, hatte gehofft, Lettie und ihre Familie könne wieder alles korrigieren. Das konnten die Hempstocks auch, doch der Preis war hoch, die Hungervögel wollten sein Herz fressen doch Lettie rettete ihn. Eine solche Freundschaft findet man nur einmal im Leben, eine Familie wie die Hempstocks auch. Seine Erinnerungen sind turbulent, gefährlich, fantastisch und doch auch immer wieder geerdet, die Hempstocks konnten kochen und backen, er schmeckt die Vanillesauce noch heute, genauso wie den Braten. Er hatte Hunger damals als Junge, auf vielerlei Art und die Hempstocks konnten diesen stillen.

Fazit: Freundschaft, Kindheit, Fantasy!
Achtung! alle, die mit Fantasy nichts anfangen können, vielleicht mit Neil Gaiman doch? Der Protagonist erinnert sich an das Abenteuer seiner Kindheit, als eine Freundschaft ihn rettete und nun ist er ein erwachsener Mann, blickt auf sein Leben zurück, er hat sein Bestes gegeben und Lettie ist eine fantastische Erinnerung und sein unbewusster Lebensantrieb. Eine andere Welt tat sich auf in der Kindheit, das Böse schlüpfte in seine Familie, es musste vertrieben werden, aber die Kräfte, die das vermochten, sie wollten bleiben, sie wollten mehr. Er wusste alles, einen Moment lang wusste er alles, aber er musste wieder vergessen, sonst hätte er als Mensch nicht weiterleben können. Die Wesen, das Wasser und die Welten, die in diesem Roman über uns hereinbrechen, zeugen von einem ungemein kreativen Autor, ein spezielles Leseerlebnis, ein grosser Erzähler.

Meine Wertung: 7/10

Neil Gaiman / Der Ozean am Ende der Strasse
Verlag: Bastei Lübbe, Seiten: 316

Manuela Hofstätter

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Habt keine Angst vor Büchern! Ungelesen sind sie ganz harmlos.
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1 Mageia Dezember 18, 2016 um 17:10 Uhr

Eigentlich möchte ich nur sagen, wie gut ich Dein Zitat finde:

So sollte Literatur sein – so vollgepackt mit Ereignissen, dass kein Raum für Klischees oder sentimentale Grübeleien bleibt.

So war. Wenn viel passiert, dann braucht man keine Klischees mehr.

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