Paolo Giordano / Schwarz und Silber

by Manuela Hofstätter on 30. November 2015

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Ein Ehepaar in Turin bereitet sich darauf vor, die Elternschaft zu erleben und sind voller Freude und Neugierde. Ebenso freut sich Babette auf das bevorstehende Ereignis, eigentlich heisst sie ja Ana, doch wenn es ihrer Herrschaft Freude bereitet, dann eben Babette. Babette weiss auch so, dass sie die eigentliche Chefin im Hause ist, alle Fäden hält sie in den Händen, weiss genau, wann sie dem Ehepaar die Leviten lesen muss. Sie hat auch kurzerhand den Menüplan auf “noch gesünder” eingestellt, schliesslich muss eine werdende Mutter alles für die Gesundheit des in ihr heranwachsenden Lebens tun. Aber die werdende Mutter hat ganz andere Gelüste und so beginnt sie gar zusammen mit ihrem Mann Babette aufwändig auszutricksen, um wenigsten ab und zu fettes oder “nicht geeignetes” Essen in sich hinein schlingen zu können. Das Paar liebt ja Babette, aber manchmal könnten sie sie auch gerne auf den Mond schiessen. Das Elternglück ist nur eine Seite der Medaille, oft kommt das Paar an seine Grenzen, während das Baby noch putzmunter ist etwa, aber welch ein Glück, weiss Babette immer, was zu tun ist und wird immer mehr zum überlebenswichtigen Bestandteil der frischgebackenen Kleinfamilie. So herrscht über lange Zeit Ordnung im Leben aller Protagonisten, als der Kleine seine ersten Schritte macht, erlebt dies natürlich Babette und nicht die Eltern. Doch später, ganz plötzlich, fehlt Babette, so sicher war ihr Platz in der Familie, mit einer Krankheit, die die starke Signora besiegen könnte, rechnet keiner, auch sie selber nicht. Doch Babette ist gegangen und nun gerät die sichere Welt der Familie in Wanken, und dies ganz gewaltig.

Paolo Giordano / Schwarz und Silber

Fazit: Signora A. oder vom Verlust einer Haushälterin!
Dieser Roman vermag uns gemeinsam mit der Kleinfamilie zusammen regelrecht abhängig werden von dieser aussergewöhnlichen Frau und Haushälterin. Das Zepter hat sie fest in ihrer Hand die Signora, doch als sie gehen muss, schmerzt das in ungeahnter Tragweite. Dieser Roman hat eine feine Art unser Herz zu berühren und zeigt uns, wie wichtig andere Menschen in jedem Leben sind. Melancholisch und tröstlich zugleich geschrieben. Arrivederci Babette und Dankeschön für alles!

Meine Wertung: 7/10

Paolo Giordano / Schwarz und Silber
Verlag: Rowohlt, Seiten: 176

Manuela Hofstätter

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Habt keine Angst vor Büchern! Ungelesen sind sie ganz harmlos.
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