Patric Marino / Nonno spricht

by Manuela Hofstätter on 24. Mai 2012

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In den Sommerferien reist der Autor zu seinen Nonni nach Süditalien und erlebt die Kultur seiner Heimat und Wurzeln. Nonno der von den Mücken nicht gestochen wird, erzählt von früher und verrät auch Schelmisches aus seiner Kindheit. Wie er etwa mit seinem Kameraden auf raffinierte Weise Melonen stibitzte, oder genauer dafür sorgte, dass sie ihnen entgegen kullerten und wie sie so viel von den göttlich süssen Früchten assen, bis ihre Bäuche fast platzten. Nonna legt leckere getrocknete Tomaten ein und verarbeitet auch noch allerlei andere kalabrische Schätze, so vernimmt Patric die heutige Lebensart und auch viel von der ehemaligen und doch ist in seiner Heimat noch vieles rudimentärer geblieben, einfacher, wertvoller. Die Leute tauschen ihre Waren, schenken sie einander, oder bewachen sie sorgfältig. wie die alte Frau ihre leckeren Feigen. Wie berührend ist dann der Moment, wenn gerade diese bewachten Feigen als Geschenk empfangen werden dürfen. Die Olivenölproduktion, die Zubereitung so mancher Leckerei ist Alltag und Lebensinhalt der Menschen, die Familie ist ein wertvolles Gut. Auch Erinnerungen an die Schweiz gibt Nonno zum Besten, der Thunersee nämlich, das war für ihn eine fröhliche aber auch ungeheuer teure Begegnung. Der Nonno bohrt Löcher in gesammelte Steinchen um Ohrringe für Patrics Mutter anzufertigen und auch sonst wird vieles eingepackt, das man dem geliebten Enkel mit auf die Reise geben will.

Fazit: Süditalienische Impressionen und Familienbande.
Marinos Buch bringt uns Kalabrien näher. Wie Fragmente reihen sich Begebenheiten und Erzählungen, Ernten und Zubereitungsarten aneinander, und während man beim Lesen die Hitze fühlt, läuft einem das Wasser im Munde zusammen und man möchte so vieles kosten, am liebsten gleich dort und auch gleich einen richtigen Limoncello trinken. Auch die Menschen kommen uns näher, plötzlich ganz unmittelbar spürt man die grosse Liebe, die Lebensfreude und den unverwüstlichen Humor dieser Leute.

Meine Wertung: 7/10

Patric Marino / Nonno spricht
Verlag: Lokwort, Seiten: 80

Manuela Hofstätter

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Habt keine Angst vor Büchern! Ungelesen sind sie ganz harmlos.
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