Patricia Aschilier / Das Quartett

by Manuela Hofstätter on 6. Juni 2018

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Oberhalb von Chur steht eine kleine Hütte, sie ist im Besitz der Familie Ahrens und strahlt in ihrer Abgeschiedenheit einen ganz besonderen Charme aus. Ines lockt ihre besten Freundinnen Katharina, Sara und Monika öfters zur Hütte, aber erst in der Silvesternacht vor ihrem 18. Geburtstag, lässt ihr strenger Vater die Freundinnen auch dort übernachten. Was als ausgelassene Party mit viel Alkohol beginnt, kippt in eine Silvesternacht, welche die Freundinnen für 25 lange Jahre trennen wird. Was passierte in jener Nacht in der Hütte? Während die temperamentvolle Katharina nicht genug von einem Mann bekommen konnte und somit eine Freundin tief verletzte, erlebten sie alle eine Nacht, die ihr laufendes Leben prägte. Die schüchterne Sara verschwindet im Kloster in Müstair und wird zur Schwester Rita, ihr Lebensweg scheint die drastischste Wendung genommen zu haben. Aber als nach 25 Jahren einer der Männer, welche damals auch in der Hütte waren, sein Leben verliert, wühlt das eine der Freundinnen so auf, dass sie sich auf die Suche macht, um alle Frauen wieder zu vereinen. An der Beerdigung gestaltet sich das Aufeinandertreffen schwierig, es soll ein richtiges Wiedersehen kurz darauf in der Hütte stattfinden. Eine ebenso schöne wie auch tragische Idee, aber alle Frauen kommen und sie alle berichten einander aus ihrem Leben und geraten aus dem Staunen und Betroffensein nicht mehr heraus. Sie sind erwachsen geworden, dieses Mal soll ihre Verbundenheit tragend sein. Vieles ist passiert, jede von ihnen hat eine Prägung mitgenommen aus der Nacht von damals und jede erlebt erneut eine Veränderung, jetzt nach ihrem erneuten Zusammentreffen. In ihrem Wesen sind sie zum Teil noch dieselben, aber vieles hat sich verändert, während die starke Katharina von damals jetzt eine schwache Frau ist, die von ihrem brutalen Ehemann geschlagen wird, ist Sara eine starke Person geworden, die sich ihrem Schicksal stellt, die sogar Sinn im vermeintlichen Unglück empfindet. Aber auch Monika und Ines offenbaren eine spannende Lebensgeschichte, der Zusammenhalt der Freundinnen der nun gefestigt ist, trägt und es ist nie zu spät für Neuanfänge, selbst dann nicht, wenn Verluste die Frauen tief treffen.

Fazit: Eine Hütte, vier Freundinnen, eine tragische Silvesternacht …
Patricia Aschilier entfaltet auf wenigen Seiten eine enorme Spannung in ihrem Roman, eine Nacht in der Hütte verändert das Leben von vier Freundinnen nachhaltig. Doch nach einem Vierteljahrhundert packen die Frauen ihre Freundschaft erneut an und offenbaren einander ihr Leben, Lieben und Scheitern, genauso wie ihren grössten Kummer und die Wahrheit jener verhängnisvollen Nacht in ihrer Jugend. Diversen wichtigen Themen begegnen wir nun im Roman. Eine kurzweilige Lektüre, die uns aufzeigt, dass es nie zu spät ist, alte Freundschaften wieder aufleben zu lassen, Neuanfänge zu wagen, vergeben zu können und an das Leben zu glauben.

Meine Wertung: 7/10

Patricia Aschilier / Das Quartett
Verlag: Buchverlag der Regionalzeitung Aletsch Goms AG, Seiten: 146

Manuela Hofstätter

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Habt keine Angst vor Büchern! Ungelesen sind sie ganz harmlos.
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