Patricia Duncker / Miss Webster und Chérif

by Manuela Hofstätter on 30. April 2006

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Miss Webster ist keine beliebte Person, immer stellt sie sich quer, sei es bei der Asphaltierung des Strässchens an welchem sie wohnt oder im alltäglichen Umgang mit ihren Mitmenschen. Seit man Miss Webster ihre Stelle noch kündigte, hat sie aber deutlich an Biss verloren, vermutlich merkt sie, dass sie einsam ist, ohne Familie und Freunde. Also beschliesst Miss Webster eines Tages aufzugeben, bleibt einfach sitzen auf ihrem Sofa. Zusammenbruch, Spital, Miss Webster ist unansprechbar, keiner weiss woran sie leidet, bis er kommt. Der Arzt, welcher mit ihr französisch spricht, der Mann mit den entstellten Händen. Miss Websters Kampfgeist blüht auf und mit ihm ihr Leben. Auf anraten des Arztes reist sie in die Wüste, dort lernt sie einen aussergewöhnlichen Taxifahrer kennen und eine Frau, Saida, welche ihren Sohn, Chérif über alles liebt und gerne möchte, dass er in Europa studieren kann. Wieder zu Hause und mit alter Leidenschaft im Leben stehend, trifft Miss Webster nun tatsächlich auf Saidas Sohn, mitten in der Nacht klingelt es und da steht er vor ihrer Tür. Betörend schön ist er Chérif, anständig und lieb, hochintelligent und er verehrt die alte Dame, legt ein äusserst gutes Benehmen an den Tag. Jetzt flammt in Miss Webster alles auf, was sie immer im Leben unterdrückte, all ihre Fürsorge und Zuwendung, all ihre Freundschaft schenkt sie diesem jungen Mann. So haben diese Beiden dann auch einiges miteinander durchzustehen, Chérif muss lernen dieses Grün und das genügende vorhandene Wasser annehmen zu können, so wie er auch gewisse Sprachbarrieren niederreissen muss. Einmal liest er das Schild: „Pflücken sie ihre eigenen Erdbeeren“ und schliesst daraus, dass der Besitzer nicht mehr seiner Beeren beklaut werden möchte und den Täter auf eigene Beeren hinweist. Aber dann gibt es auch die grossen und kleinen Terrorakte, welche das Leben erschweren. Chérif und Miss Webster werden auf der Strasse angegriffen, kämpfen füreinander und landen im Spital, oder sie sitzen beide fassungslos vor dem Bildschirm und sehen verzweifelt die Bilder des 11. Septembers. Chérif muss in die Heimat zurück, miss Webster begleitet ihn, es ist etwas ganz Besonderes , das da zwischen ihnen herangewachsen ist. Zurück in der Wüste, wird die Freundschaft aber auf eine arge Probe gestellt, doch die unschlagbare Miss Webster, schafft vermutlich auch diese Hürde… oder?

Fazit
Ein ungemein unterschiedliches Paar hat die Autorin da erschaffen. Doch selten berührte mich ein Paar und seine Geschichte in dieser Art und Weise. Nie kitschig, aber couragiert, so ist Miss Webster, denn sie weiss jetzt, das Wichtigste im Leben ist die Leidenschaft und die Freundschaft. Unbedingt lesen und Freude haben daran, egal wie viel Terror es gibt in dieser Welt, es gibt doch auch noch das absolut Gute.

Meine Wertung: 8/10

Patricia Duncker / Miss Webster und Chérif
Verlag: Berlin, Seiten: 254

Manuela Hofstätter

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Habt keine Angst vor Büchern! Ungelesen sind sie ganz harmlos.
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