Patrick Savolainen / Farantheiner

by Manuela Hofstätter on 19. November 2018

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Ein Reiter, er versucht mit dem Alten zu eilen, dem Tod zu enteilen, er ahnt nicht, dass der Alte mit diesem schon ins Gespräch vertieft ist. Kat arbeitet auf dem Gut, er kann gut mit Reben und Pferden, er möchte aber auch gerne mehr als gut können mit Isabelle Farantheiner. Doch diese Liebe, darf sie sein, kann sie sein? Isabelle und Kat, das geht nicht, da sind zu viele Hürden und Unterschiede. Doch als die staubigen Stallstiefel fallen und alle anderen Hüllen auch, als sie sich sehen, da ahnen sie, wie stark die gegenseitige Anziehung ist, doch Isabelle trauert um den Vater und auch andere Sorgen bewegen ihr Herz. Die Zukunft, was bringt sie mit sich, eine Reise für Kat, einen Bruch, Probleme auf dem Gut, Diebstahl und die Frage nach dem Täter? Isabelle steht inmitten zu vieler Stürme, sie verliert den Halt, kann sie gerettet werden, will sie das überhaupt? Zerrissenheit, plagt diese Zerrissenheit wohl nur sie? “Wenn ich doch bloss für einen Augenblick aus mir herausfallen könnte. So läge ich wenigstens daneben. Ich wüsste, dass ich von alldem nicht viel weiss, doch ich schwinde.”

Fazit: Farantheiner, zwischen Faszination und Verwirrung.
Dieser Roman hat eine verwirrende Grundgeschichte, glaube ich zumindest, die Geschichte auf irgend einem Gut in irgendeiner Zeit, und die Anziehungskraft zweier Menschen, die so vieles trennt und die sich doch begehren. Faszinierend aber ist die Sprache in Farantheiner, mal ist sie grob, vulgär, dann hochphilosophisch und ab und zu von einer melancholischen Sanftheit. Es sind die kleinen Erzählungen, die aus dem Roman zu fallen scheinen, die mich berührt haben, etwa die Szene aus dem Leben eines unerfahrenen Wasserträgers. Der Autor hat seinen Roman aus der Inspiration heraus geschrieben, die ihm der 2009 erschienene Roman “Für eine Nacht ohne Tabus” von Sandy Steen gegeben hat. So ist Farantheiner ein Roman zwischen Schmalz und Rausch, Schreiblust und Experimentierfreude, ich mochte das gerne lesen, es ist eine Herausforderung und auch sicherlich nicht für den breiten Lesegeschmack.

Meine Wertung: 7/10

Patrick Savolainen / Farantheiner
Verlag: die brotsuppe, Seiten: 194

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