Peter Beck / Die Spur des Geldes

by Manuela Hofstätter on 3. April 2019

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Tom Winter ist als Sicherheitschef einer Schweizer Privatbank einiges gewohnt, doch er weiss sich zu wehren, was schon einige Bösewichte zu spüren bekommen haben. Jetzt wird er vom alten Bankenchef von Tobler zu Recherchen angewiesen, denn ein deutscher Kunde ihrer Bank namens Otto Harnisch wurde brutal gefoltert, ermordet und schliesslich in einem Brunnenschacht aufgefunden. Bevor von Tobler dem Auskunfsbegehren aus Deutschland nachkommen will, möchte er sicherstellen, dass mit dem Konto alles in Ordnung ist, denn einen Skandal kann die Bank nicht gebrauchen. Tom Winter weiss bald viel vom Verstorbenen, der als Mitarbeiter bei den Berliner Wasserbetrieben arbeitende Otto Harnisch war ein unauffälliger Mensch, verrichtete seine Arbeit gewissenhaft, war ein leidenschaftlicher Hobbygärtner und diese Leidenschaft war die einzige, die er mit seiner biederen Ehefrau geteilt hat, denn Harnisch hatte eine Geliebte. Winter ist im Gartencenter in Berlin unterwegs, um diese Natascha zu befragen. Natascha ist mit ihrer engsten Freundin Anika bei der Arbeit, beide Frauen zeigen sich gegenüber Winter offen und sympathisch. Da zereisst ein Projektil Nataschas Schädel. Winter hat sich seine Recherche nicht so dramatisch vorgestellt, nun liegt er auf der Couch bei der völlig aufgelösten Anika und versteht die Welt selbst nicht mehr, hinter dem Mord an Otto Harnisch muss etwas ganz Grosses stecken, etwas Mordsgefährliches, das ist nun klar. Diese Nacht wird so krass, wie es der Tag schon war, Anika besucht Winter und sie finden in einem innigen Liebesspiel Trost und Ablenkung. Bald stellt sich heraus, dass die Täterschaft es vielleicht auf die Wasserwerke Europas abgesehen haben könnte, aber warum nur? Manche haben wie Berlin noch eine grosse Solaranlage in Betrieb, könnte es da um viel Geld oder Macht gehen? Winter tauscht sein Wissen mit Gerhard Frank, dem Kriminalkommissar der LKA Berlin aus, sie lernten sich bei der Vernehmung im Gartencenter nach dem Mord an Natascha kennen und ergänzen sich bestens. Anika erinnert sich auch noch an einen alten Schulfreund von Harnisch, sie besuchen dieses Ekel von Mensch in seinem Bowlingcenter. Harald Hahn ist Pegida-Fan und faselt von Geschäften, die er Otto gerne angeboten hätte, doch dieser habe von einem eigenen grossen Ding, welches er am Laufen habe, gesprochen. Die kuriosen Zahlungen, die aufgedeckt werden, wurden von einer Stiftung überwiesen, bei der die Kaysis Medikal dahintersteckt. Kaysis Medikal gehört einem russischen Oligarchen namens Zalimkan Magomedow, welcher aus dem klangvollen Ort Machatschkala stammt. Machatschkala liegt am Kaspischen Meer im südwestlichsten Zipfel Russlands. Den Magomedow-Clan kennt und fürchtet man und munkelt gar von Beziehungen bis in dem Kreml. Tom Winter lernt die Leute für das Schmutzige des Oligarchen bald näher kennen und als ihn Anika zurück in der Schweiz besucht und ihm einen Datenstick, welchen sie in Nataschas Pflanzentopf gefunden hat, überreicht, verbringen sie Liebesmomente in Winters liebevoll restauriertem Bauernhaus, welches ihm dann angezündet wird. Knapp sind Winter und Anika dem Flammentod entkommen, nun ist Winter richtig sauer, spürt Magomedow auf und verfolgt ihn bis zu seiner Villa in der Türkei und mit diesem Klartext sprechen. Der Datenstick ist noch nicht gänzlich analysiert, doch er wird Schlimmes offenbaren, es gilt, gegen einen der grössten Terrorangriffe anzukämpfen, den Europa je gesehen hat. Winter trifft es hart, seine Begegnung in der Russen-Villa setzt ihn gehörig unter Strom, er wird unglücklicherweise erwischt und nur mit einer Wasserflasche eingeschlossen, aus welcher er aus Gründen nicht trinken will. Doch Winter ist eben ein Held, er kann sich befreien und die Wasserflasche sendet er zur Analyse ans ABC-Labor in Spiez. Was im Labor in Spiez festgestellt wird, ist grausam. Tom Winter muss sich um Häfen kümmern und Frachtschiffe, er sucht eine Ware, die als Flüssigdünger oder was auch immer getarnt den sicheren Tod bringen wird. Tom Winter muss handeln und er muss schnell sein und überleben, sonst sind Millionen von Menschen in akuter Lebensgefahr. Tom Winter hat sein geliebtes Zuhause verloren, nun ist ihm vieles egal, doch diesen Terroranschlag muss er verhindern!

Fazit: Tom Winter, der Held aus der Schweiz im Kampf gegen den internationalen Terror.
Er ist wieder da, Tom Winter, ein Held, wie es keinen zweiten gibt, ein Held, der stahlhart kämpfen kann und auch wieder liebt, wie eben nur Tom Winter lieben kann! Peter Beck Thrillerserie mit Tom Winter ist krass gut, knallhart und garantiert nur für hartgesottene Thrillerfans, doch Beck schreibt eben auch hochaktuell, brisant und exakt am wunden Punkt der heutigen Zeit und Lage. Natürlich bin ich hingerissen, welch ein Thriller, und das ABC- Labor Spiez löst seine wichtige Aufgabe auch in Becks Thriller mit Bravour. Terror im Heute, ein Anschlag über die Trinkwasserversorgung sowohl über unsere Wasserhähne wie auch durch abgefülltes, handelsübliches Mineralwasser, ein Albtraum, ein Grauen! Peter Beck hat dem Grauen ein Gesicht gegeben und damit sicherlich auch zum Nachdenken beigetragen. Ein famoser Tom Winter Thriller, Peter Beck ist für mich der Grösste im Lande und auch über die Grenzen hinaus kann ihm keiner so schnell das Wasser einschenken.

Meine Wertung: 9/10

Peter Beck / Die Spur des Geldes
Verlag: Emons, Seiten: 428

Manuela Hofstätter

Habt keine Angst vor Büchern! Ungelesen sind sie ganz harmlos.
Manuela Hofstätter

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