Peter Goldammer / Der Zirkus der Stille

by Manuela Hofstätter on 16. April 2016

Post image for Peter Goldammer / Der Zirkus der Stille

Thais erinnert sich nicht gerne an ihre Kindheit, sie ist im Zirkus bei ihrer Grossmutter gross geworden, der berühmten, unvergleichlichen Madame Victoria. Strahlend im weiss-silbernen Kostüm lächelte Victoria von den Zirkusplakaten, während Thais nur an eines dachte, rasch weg von Manege, Pferden und anderen beängstigenden Viechern und dieser Glitzerwelt. So startete sie mit achtzehn in ihr eigenes Leben, zog nach Paris und lebt nun dort mit Freund, geregeltem Leben sowie einem Job in einem Brautmodegeschäft. Doch dann stirbt Victoria in Arles und Thais reist dorthin, um den Nachlass zu regeln. Im Haus der Grossmutter stürzen Erinnerungen auf Thais ein, die Nachbarin erweist sich als goldener Mensch und Thais, die eigentlich dieses kunterbunte Haus mit riesigem Umschwung möglichst schnell verkaufen will, beginnt sich plötzlich wohlzufühlen in Arles. Thais hat nun keinen Menschen mehr aus ihrer Familie, Wehmut regt sich in ihr, und als plötzlich eine Handvoll alte Zirkuswagen auf das Land vor dem Haus rollen, geht Thais neugierig auf die wenigen Menschen zu, die darin leben. Thais hat eine eindrucksvolle Begegnung mit dem Zirkusdirektor gehabt, auch die anderen Zirkusleute sind ihr nah gegangen, eine Trauerschnur haben sie zurückgelassen, und wenn diese voller Knoten sein wird, vierzig Knoten um genau zu sein, werden die Zirkusleute wieder zurückkehren. Thais hat eine uvergessliche Beerdigung für Victoria mit den Zirkusleuten hinter sich und knüpft willig jeden Tag einen Knoten, sie denkt gerne und oft an den seltsamen, kleinen Zirkus, den Cirque Perdu, der nicht einmal ein Zelt hat. An ihren Freund in Paris mag sie kaum denken, auch ihr eigentlich öder Job lockt sie nicht, sie schmiedet einen Plan und weiss plötzlich, sie schickt den Hausmakler wieder weg. Die erneute Begegnung mit dem Cirque Perdu ist kurz und heftig, denn nur ein Zirkusmensch besucht Thais, der alte Direktor ist krank und bald ist Thais wieder alleine und steht vor einem Rätsel. Aber sie beschliesst sich auf die Socken zu machen, sie will den Cirque Perdu suchen, da sind so viele Fragen offen und eine leise Ahnung in ihrem Herzen gibt ihr Kraft. Es wird ein Abenteuerl

Peter Goldammer / Der Zirkus der Stille

Fazit: Ein Zirkus ohne Zelt und doch die grösste Manege, die es geben kann!
Ein Roman voller Sinnlichkeit und purer Lebensmagie ergreift da von uns Besitz. Ich kann ihn vor Augen sehen, diesen kleinen Zirkus, diese fünf uralten Wagen, ich kann mich an Victoria erinnern, wenn von ihr erzählt wird und ich will mit Thais auf die Suche nach Antworten und nach dem Leben gehen. Wer die Atmosphäre mag, die rund um einen Zirkus herrscht, wer gerne etwas Magie in sein Leben hineinlassen mag, der lese dieses Buch und finde den Cirque Perdu!

Meine Wertung: 8/10

Peter Goldammer / Der Zirkus der Stille
Wenn sich der Vorhang zum Leben öffnet
Verlag: Atlantik, Seiten: 254

Manuela Hofstätter

Manuela Hofstätter

Habt keine Angst vor Büchern! Ungelesen sind sie ganz harmlos.
Manuela Hofstätter

Letzte Artikel von Manuela Hofstätter (Alle anzeigen)

Share on Pinterest
There are no images.
Share with your friends










Submit

{ 0 comments… add one now }

Leave a Comment