Petra Hartlieb / Meine wundervolle Buchhandlung

by Manuela Hofstätter on 8. Mai 2015

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Eigentlich war Petra Hartliebs Leben in Hamburg in allerbester Ordnung, der Sohn schon fast ein junger Mann, die Tochter im Kindergarten, der Mann angestellt bei einem grossen Verlag. Sie selbst auch gut im Job und Alltag unterwegs und dann plötzlich stand alles Kopf. Freunde in Wien erzählten es am Rande gar, eine schöne, kleine Buchhandlung in Wien würde schliessen, sie müsssten sich den Laden mal angucken. So eine eigene Buchhandlung, das war ja ein schöner Traum, völlig unrealistisch. Doch dann gaben sie in einem irren Moment auch ein Gebot ab, mehr aus Spass, der dann rasch ernst wurde, denn sie hatten tatsächlich eine Buchhandlung gekauft! Petra würde wieder in ihrer Heimat sein, doch der deutsche Ehemann würde es nicht leicht haben in Wien. Geld, das müssten sie sich leihen und zusammentragen und die Wohnung oberhalb der Buchhandlung würde noch lange nicht wohnbar umgebaut sein. Doch es findet sich eine Lösung. Bei Freunden untergekommen, nimmt der irre Alltag vom Aufbau der Buchhandlung Gestalt an. Müdigkeit erreicht neue Rekordwerte bei Hartliebs, aber wie alle Büchermenschen verfüge sie über einen nahezu unerschütterlichen Idealismus und tatsächlich gibt ihnen das Leben meist recht. Bald läuft die Buchhandlung zur Hochform auf, und es müssen immer mehr Leute eingestellt werden. Ob der Schuldenberg abgebaut werden kann, ob das Überleben gesichert ist, das wissen Hartliebs nie, sie wissen einzig, Bücher sind ihre Passion, und wenn man dann Begegnungen mit Autoren hat, von welchen man nie zu träumen gewagt hätte, ja dann ist das Leben einfach pures Glück. So kommt es dann, dass man von einem neuen Autor namens Glattauer eine surreale Anzahl von Büchern seines Erstlingswerkes bestellt, weil man drin ist, ganz und gar in der Bücherwelt und seiner Nase vertraut. Nein, weitaus verrückter noch, man schreibt plötzlich ein Buch und staunt, dass es bei Diogenes erscheint. Das Leben ist ganz schön krass manchmal!

Petra Hartlieb / Meine wundervolle Buchhandlung

Fazit: … und plötzlich hatten sie eine Buchhandlung gekauft!
Petra Hartliebs Roman beschreibt nichts anderes als ihren verrückten Werdegang zur Buchhandelsfrau, Ladenbesitzerin und Autorin. Tatsächlich ist ihre Geschichte beinahe unfassbar märchenhaft, zeigt aber auch auf, wie hart die Idealisten in dieser Branche arbeiten, um knapp überleben zu können. Wer hinter die Kulissen dieser Buchbranche schauen will, die Autorenwelt und die Buchhändler kennenlernen will, der wird hier die Wahrheit und nichts als die Wahrheit lesen!

Meine Wertung: 7/10

Petra Hartlieb / Meine wundervolle Buchhandlung
Verlag: Dumont, Seiten: 208

Manuela Hofstätter

Manuela Hofstätter

Habt keine Angst vor Büchern! Ungelesen sind sie ganz harmlos.
Manuela Hofstätter
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1 Beatrix Petrikowski Mai 18, 2015 um 07:49

Die Buchbranche ist mittlerweile tatsächlich ein hart umkämpftes Gebiet. Petra Hartlieb schreibt übrigens nicht nur alleine, sondern auch im Duo mit Claus-Ulrich Bielefeld. Von den beiden habe ich den Krimi “Auf der Strecke” gelesen.

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