Philipp Probst / Die Boulevard-Ratten

by Manuela Hofstätter on 8. November 2013

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Ein Fotograf ist in der Region von St. Moritz unterwegs, er trägt einen weissen Skidress, ist kaum zu erkennen im Schnee und er schiesst Fotos, die ihm Geld einbringen. Vorerst hat er mehr gefroren als Promis vor die Linse bekommen, doch dann kann er zuerst per Handy, später sogar mit seiner Kamera ein sensationelles Bild schiessen. Der Fotograf besitzt seine Kamera nicht mehr lange und er kann froh sein, dass er sein Leben noch hat, aber das Handy ist ihm geblieben und das Bild darauf zeigt ebenfalls klar und deutlich, was Sache ist. Die Aufregung ist riesig, die Schweiz schockiert. Ausgerechnet der Lieblingsbundesrat, der hingebungsvolle Familienmensch Battista sorgt für einen Skandal. Offensichtlich verliebt und Händchen haltend sieht man ihn an der Seite einer jungen Frau aus sehr reichem Hause. Die Redakteurin des People-Magazines freut sich allerdings nicht so lange am Erfolg, den sie mit dieser Story feiern kann, denn Bundesrat Battista ist plötzlich verschwunden und bald darauf wird sein Auto im Ausland neben einer Leiche am Strand gefunden. Jetzt muss sich das Magazin mit schweren Vorwürfen auseinandersetzen. Ist Battista tot? Nahm er sich das Leben? Die Wahrheit ist eine ganz andere. Können Journalisten sie ans Tageslicht befördern? Die Geliebte Battistas stammt aus der Familie eines riesigen Pharmagiganten mit Sitz in Basel. Als die Polizei einen Grossbrand meldet, ahnt niemand, dass im niedergebrannten Haus ein Virologe mit seiner Frau gelebt hat und davon, dass von diesem Mann nun eine enorme Gefahr ausgeht. Ein Killervirus ist nicht mehr dort, wo er sein sollte, sicher verwahrt im Labor, aber es weiss ja auch noch niemand von diesem schlimmen Erreger und erst recht nicht, wie diese Geschichte noch heil ausgehen kann.

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Fazit: Rattenscharfe Action im Medienzirkus!
Endlich ist der neue Krimi von Philipp Probst da und nach dem Storykiller liefert er uns erneut tiefe Einblicke in das Treiben der Medienwelt und der Journalisten. Die Macht der Medien und auch die Gefahr, dass wir blind glauben, was diese uns servieren, wird beeindruckend dargestellt. Politik und Wirtschaft fliessen ineinander in diesem rasanten Plot und einmal mehr bemerken wir, wie real der Fakt ist, dass dies oft sehr unsauber abläuft. Wir treffen auf Medienmenschen, die wir aus dem ersten Krimi von Probst kennen, aber auch auf neue Figuren in diesem Zirkus. Ein temporeiches, hochspannendes Buch, beängstigend real vom Thema her und garantiert etwas vom Besten für trübe Winterabende, denn hier kommt keine Langeweile auf!

Meine Wertung: 8/10

Philipp Probst / Die Boulevard-Ratten
Verlag: Appenzeller, Seiten: 436

Manuela Hofstätter

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Habt keine Angst vor Büchern! Ungelesen sind sie ganz harmlos.
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