Pia Ziefle / Länger als sonst ist nicht für immer

by Manuela Hofstätter on 11. Dezember 2014

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Lew Bergmann ist in Indien angekommen, er hat allerdings den falschen Bus genommen und so wird sein Warten, welches ja schon neunundzwanzig Jahre andauert, erneut um ein paar Tage verlängert. Er sitzt in der Hitze, wird also bald seinen richtigen Vater, Werner Jarnick treffen, die Mutter ist gestorben, alle Fragen werden somit auf dem Vater lasten. Neun Jahre alt war Lew, als er und sein Bruder plötzlich ohne Eltern dagestanden haben, den Sommer 1976 kann er niemals vergessen und die Fragen, warum nur die Eltern ihnen das angetan haben, die beherrschen sein ganzes Leben, haben ihm den grössten Lebenstraum ruiniert. Republikflucht, das kann Lew verstehen, aber er erinnert sich an die Liebe seiner Eltern, also warum nur haben sie ihn und den Bruder, ihre Kinder zurückgelassen? Der Sommer 1976 war auch der Sommer, in welchem die kleine Ira in einer kleinen Stadt im Schwäbischen das Licht der Welt erblickt hat. Iras Eltern sind grundverschieden, die Mutter kalt, kaum existent, der Vater kämpft mit zu viel und der gefährlichen Liebe für seine Tochter, die ihn fast zu Grunde richtet. Jetzt liegt Iras Vater im Sterben, sie muss ihn gehen lassen. Dann ist da noch ein kleiner Junge, der vor Jahren mit seinem Grossvater von Jugoslawien her nach Deutschland gereist ist und nicht ahnte, dass er seine Heimat nicht mehr sehen wird, er ist Musiker geworden, er liebt es, überall zu Hause zu sein und doch sehnt er sich nach etwas Besonderem. Lew, Ira und Fido, sie haben etwas miteinander zu tun, die Geschichten ihrer Lebensschicksale berühren sich und vielleicht ist manchmal eine kleine Bäckerei die den besten Zuckerkuchen der Welt hat, ein kleines Stück Heimat oder zumindest Glück auf dieser grossen Welt.

Pia Ziefle / Länger als sonst ist nicht für immer

Fazit: Über das Suchen im Leben.
Dieser Roman erzählt von der grossen Sehnsucht im Leben angekommen zu sein und das bedeutet oft die wichtigen Fragen der Vergangenheit beantwortet bekommen zu haben und eine Zukunft vor sich zu sehen, für welche es sich zu leben lohnt. Familie, Leben, Liebe und Beruf, so schlicht es klingen mag, so kompliziert ist es dann eben doch das Leben, denn die Weltgeschichte bringt immer wieder heftige Kapitel in die Menschenleben hinein. “Länger als sonst ist nicht für immer” ist ein Roman voller tiefster Momente und Gefühle, hat oft eine einzigartige Sprache und Stimmung und bleibt uns sicherlich lange im Kopf und Herzen. Einzig den zeitlichen Überblick über alle Personen und Handlungen, den habe ich manchmal nicht ganz gehabt, aber das ist ein Buch, welches man gerne zweimal liest!

Meine Wertung: 8/10

Pia Ziefle / Länger als sonst ist nicht für immer
Verlag: Arche, Seiten: 282

Manuela Hofstätter

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Habt keine Angst vor Büchern! Ungelesen sind sie ganz harmlos.
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