Pia Ziefle / Suna

by Manuela Hofstätter on 27. März 2012

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Ihre Tochter will nicht schlafen, so trägt die Mutter sie Nacht für Nacht durch die Stille und erkennt bald, dass es ihrer Kleinen gut tut, wenn sie ihr etwas erzählt. Bald merkt die Mutter auch was sie erzählen will und muss. Die kleine Luisa lauscht also der äusserst sonderbaren Familiengeschichte ihrer Mutter. Als kleines Kind adoptiert von einem deutschen, wohlhabenden Ehepaar, hätte es eigentlich an nichts gefehlt und doch ging vieles schief. Das deutsche Ehepaar hat auch seine eigene Geschichte, im Falle der Adoptivmutter spielt der Krieg eine grosse Rolle. Krieg zieht sich auch durch den Lebenslauf der leiblichen Eltern. Die Mutter mit jugoslawischer Herkunft in Deutschland trifft auf eine grosse Liebe, den türkischen Vater, allerdings nimmt diese ungewöhnliche Beziehung ein barsches Ende. Zwei Kinder gehen aus diesem barschen Ende hervor und beide haben es nicht leicht, weil die junge Mutter sie vorerst gar nicht bei sich behalten kann. Die Mutter erzählt ihrer Tochter, wie sie sich gesträubt hat, als der Balkankrieg ihr Herkunftsvolk zerstört und sie aber behauptete es sei völlig egal, sollen sich diese Jugos die Köpfe doch einschlagen. Aber irgendwie bangte sie dann doch mit, sie fing an sich mit Bosnien, Serbien, Albanien und deren irrwitzigen Situation auseinander zu setzten. Das waren doch Freunde, Nachbarn, welche plötzlich zu Todfeinden mutierten. Wo war wohl ihre Mutter? Irgendwann sieht die Mutter dann klar vor Augen, dass sie all ihre Mütter und Väter und all ihre Länder vereinen will und dass sie das Wissen um ihre Wurzeln sich selbst und ihrer kleinen Luisa schuldig ist. Was dann beginnt, ist abenteuerlich, kostbar und zugleich so anstrengend wie auch wunderschön!

Fazit
Pia Ziefles erster Roman ist eine berührende, aufwühlende Geschichte, über die Suche nach Herkunft, Wurzeln, der Wahrheit. Aber auch ein Stück Liebes- und Lebensgeschichte von den Sechzigern bis Heute. Krieg, die Mondlandung, Deutschland, Türkei und Jugoslawien, all diese Dinge ziehen in dieser faszinierenden Geschichte auch vorbei und immer wieder, ist es die Liebe, die Wege aufzeigt und Hindernisse überwindet. Die Kraft der Frauen in “Suna” hat mich auch beeindruckt und bestärkt. Frauen, insbesondere Mütter sind das wahre starke Geschlecht! PS.: Ich habe diese Buch geschenkt bekommen und es ist für mich ein besonders wertvolles Geschenk, herzlichen Dank!

Meine Wertung: 9/10

Pia Ziefle / Suna
Verlag: Ullstein, Seiten: 301

Manuela Hofstätter

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Habt keine Angst vor Büchern! Ungelesen sind sie ganz harmlos.
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