Ralf Schlatter / Margarethe geht

by Manuela Hofstätter on 5. Juni 2019

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Die Blumenwiese Margarethe droht an ihrem Platz gar zu melancholisch zu werden und darum beschliesst sie, alle vier Ecken zu nehmen und sich auf und davon zu machen. Endlich will Margarethe sehen, was hinter dem Hügel ist. Sie besucht den Fluss, fragt diesen, wie das Leben so sei als Fluss. Der Fluss flüstert ihr gerne zu, dass alles fliesst und er sich aber am Ende gar verliert. Doch nichts für sie, denkt Margarethe und führt ein Gespräch mit dem Wald. Doch auch ein Zusammenleben mit dem Wald kommt nicht in Frage, da würde es für Margarethe zu schattig sein oder sie würde ihre Bodenhaftung verlieren, welche ihr doch lieb und vertraut ist. Das Käuzchen berichtet Margarethe von seinem Leben, welches nicht viel mit der grossen Freiheit zu tun hat und fast beginnt unsere Blumenwiese zu bezweifeln, ob es eine gute Idee war einfach auszuwandern. Müde schläft Margarethe bei einer Bank am Waldrand ein. Wieder wach, sitzt ein Liebespaar auf der Bank und betrachtet den Sonnenuntergang, gut so, denn jetzt weiss Margarethe ganz genau, wo sie nun leben möchte, sie macht sich klein, ganz klein, und zieht in ihr neues Daheim ein.

Fazit: Vom Auswandern sowie über das Leben und Lieben.
Ralf Schlatters Bilderbuch ist ein feinfühliges Gesamtkunstwerk, der Mann kann vieles, Zeichnen nach meiner Meinung auch ganz bezaubernd. Die poetische Geschichte über das Ausziehen der Blumenwiese Margarethe schenkt uns leise Zwischentöne, ermuntert etwas zu unternehmen, wenn man traurig ist, berichtet über das Mutigsein und die Neugierde zu haben, mit anderen Daseinsformen zu kommunizieren. Plötzlich ist sich Margarethe auch bewusst, vieles ist schön und gut bei ihr und doch wagt sie einen Neuanfang. Auch ein feiner Schalk zieht durch die Geschichte und macht sie für mich somit zu einem wertvollen Geschenk für Kinder aber auch alle Erwachsenen, sie liefert Gesprächsstoff zwischen den Generationen und nicht zuletzt eignet sie sich als ultimativ romantisches Buch für Männer, die ihrer Liebsten eine ganz besondere Liebeserklärung machen möchten. Ein Tausendsassa, dieser Herr Schlatter!

Meine Wertung: 8/10

Ralf Schlatter / Margarethe geht
Verlag: Limbus, Seiten: 24

Manuela Hofstätter

Habt keine Angst vor Büchern! Ungelesen sind sie ganz harmlos.
Manuela Hofstätter

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