René Freund / Liebe unter Fischen

by Manuela Hofstätter on 27. Februar 2013

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“Anrufbeantworter von Alfred Firneis. Bitte hinterlassen Sie keine Nachricht. Ich rufe nicht zurück.” Nachdem die Verlegerin von Firneis diese Worte bereits mehrmalig vernommen hat und sie tatsächlich keinen Rückruf bekommt, auch keine Antwort auf Ihre SMS an ihren erfolgreichen Lyriker, da beschliesst sie kurzerhand, Ihren Autor einfach zu Hause zur Rede zu stellen. Vor der Türe ihres Stars angekommen, öffnet derjenige diese vorerst nicht, aber die Verlegerin bleibt hartnäckig und gelangt schliesslich in die Wohnung. Allerdings gleicht Firneis Behausung viel mehr einem Saustall denn einem inspirierenden Heim eines gefeierten Lyrikers. Die Verlegerin sieht akuten Handlungsbedarf, Punkt eins Putzfrau, damit kommt sie sogar durch, aber Alfred Firneis leidet an einer Sinn- und Schaffenskrise, hat gar seinen Computer zerstört und ist nicht mehr gewillt seine Bude zu verlassen. Alkohol ist Firneis Muse geworden, den Worten traut er nicht mehr. Die Verlegerin aber ist dringend darauf angewiesen, dass ihr Firneis neue Texte liefert, denn leider Gottes hat sie in ihrer Not bereits einen neuen Lyrikband angekündigt. Als sich also Firneis plötzlich doch zu Punkt zwei durchringen kann, keimt Hoffnung im Verlegerinnenherz auf. Firneis nimmt das Angebot seiner Verlegerin an, ein paar Tage in ihrer einsamen Hütte in den österreichischen Alpen am idyllischen Bergsee zu verbringen. Dass Alfred diese Hütte erreicht, ist schon ein grosses Abenteuer, doch sogar ohne Handyempfang gerät er dort sogleich in Panik und beschliesst diesen Aufenthalt sobald das Wetter bessert unverzüglich wieder abzubrechen. Die Naturgewalt aber behält Alfred in der Hütte gefangen, bei einem Fluchtversuch kämpft er ums nackte Überleben und lernt dabei einen faszinierenden Menschen kennen, den Revierförster August. Als später dann auch noch Mara vor seiner Hütte auftaucht, im wahrsten Sinn des Wortes, da scheint es fast so, als ob der Lyriker seine Blockade überwinden könnte, aber das Schicksal macht noch ein paar bockige Sprünge im Leben von Alfred Firneis.

Fazit: Dieser Roman bringt den Schnee zum Schmelzen!
Ein absolut witziger Roman, ich habe ihn auch unter lustigen Bedingungen zu lesen angefangen. Natürlich gefällt mir das Umfeld Verlag und Autor sowieso, aber in eine so herrliche Geschichte umgewandelt ist das ein Volltreffer. Die Liebesgeschichte dieses Frühlings, ein humorvolles, temporeiches Lesevergnügen, Lachen, und zugleich auch Wärme im Herzen fühlen, dieser Roman bringt den Schnee zum Schmelzen.

Meine Wertung: 8/10

René Freund / Liebe unter Fischen
Verlag: Deuticke, Seiten: 206

Manuela Hofstätter

Manuela Hofstätter

Habt keine Angst vor Büchern! Ungelesen sind sie ganz harmlos.
Manuela Hofstätter
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