Richard K. Breuer / Brouillé

by Manuela Hofstätter on 8. Juni 2010

Post image for Richard K. Breuer / Brouillé

1789 in Frankreich: Ein Schlossherr namens Vicomte de Moucel hat den Tod seines Gutsverwalters Monsieur Winterhalter zu beklagen, man munkelt, wie verhasst dieser Mann doch war und spricht von seinen komischen, unsittlichen Audienzen mit jungfräulichen Mädchen aus dem Dorfe. Es liegt auf der Hand, dass der Verwalter ermordet wurde, aber sein Tod birgt einige Ungereimtheiten. Doch auch eine sagenumwobene Quelle, welche im Besitz des Vicomte ist, gibt Anlass zu allerlei Gerüchten, eines davon behauptet, die Quelle stehe zum Verkauf. Ein kleines Dorf, welches seine Einkünfte dieser genannten Quelle verdankt, beginnt auf unangenehmste Weise auf dieses Gerücht zu agieren, ja es kommt gar zu einer Entführung der Nichte des Vicomtes. Der Quelle werden sowohl Heilkräfte, wie auch Teufeleien angedichtet. Zum Glück ist ein ganz aussergewöhnliches Dreiergespann von Männern bald zu Gast im Schloss. Der Marquise d’Àngélique mit Monsieur Duport, welcher aus Amerika sein leidenschaftliches Freiheitsdenken mitbringt und der Polnische Gelehrte, Mickiewicz, welcher mit seinem glasklaren Verstand so manches Rätsel zu lösen vermag. Mickiewicz wird als Mittel zum Zweck als Monsieur Brouillé, einen Genfer Bankier ausgegeben. Der Gelehrte sträubt sich gegen diese Charade und dementiert jedes Mal, wenn er auf den Namen Brouillé angesprochen wird. Doch für dieses kleinste aller Probleme hat der Marquise eine gelungene Lösung bereit. Das Trio zog schon mit Absichten durch das Land, half Bauern ihre Beschwerdebriefe zu verfassen, entging knapp einem Anschlag und trifft eben nicht von Ungefähr im Schloss ein. Es passieren eigenartige Dinge, auch noch weitere Morde, es deutet alles auf eine verworrene Verschwörung hin. Kann «Brouillé» Licht in die dunklen Geschehnisse bringen?

Fazit
Richard K. Breuer ist ein Wiener Autor, der seine Bücher selbst verlegt. «Brouillé» ist das erste Buch, welches ich von ihm gelesen habe und ich bin hellauf begeistert! Dieser Roman ist historisch, komisch, kriminell, dubios und köstlich alles in einem… Allerdings kann man diesem Werk nicht wirklich gerecht werden mit einer Besprechung, also bitte selber lesen.

«Wir sehen, Monsieur Duport, dass aus einer Lüge durchaus Wahrheit werden kann. Immer kommt es auf das Wissen des einen und das Wissen des anderen an. Und jeder zimmert sich aus seinem Wissen eine Wahrheit.»
«Dann … dann gibt es keine absolute Wahrheit?»
«Die Philosophie ist es, die nach einer Wahrheit sucht. Wir dürfen davon ausgehen, dass Wahrheit niemals endgültig oder vollständig erfasst werden kann.»
«Ist das wahr?»
«Eine gute Frage, Monsieur Duport.»

Es handelt sich bei «Brouillé» um den zweiten Band einer historischen Serie, welcher unabhängig von den andern gelesen werden kann. Aber das ist schade, und ich merke, es ist ein Muss sich alle unter den Nagel zu reissen, zusammenhängen tun sie eben doch… Wer also bereit ist, etwas historisch absolut durchrecherchiertes, stimmiges zu lesen, ist bestens bedient, aber man trifft eben vielmehr auch auf einen ganz eigenen Humor in diesem Roman und daneben ist es eine Kriminal- und Detektivgeschichte, deren Ende uns ganz und gar überrascht. Ein Buch, welches eher nicht in jeder Buchhandlung steht, ein wahrer Geheimtipp. Also insistieren Sie in ihrer Buchhandlung und bestellen sie diesen «Wiener Spinnharmoniker»! http://www.1668.cc

Meine Wertung: 8/10

Für Band III: Madeleine, sucht Richard K. Breuer 99 Förderer:

«Ich möchte 99 Förderer für Band III “Madeleine” gewinnen, die sozusagen den Druck finanzieren. Damit will ich herausfinden, ob es möglich ist, im Web mit all seinen Kontakten und Möglichkeiten, ein ernsthaftes Projekt durchzuführen.»

Mehr Informationen zu diesem «Kunstprojekt» gibts hier: http://1668cc.wordpress.com/99-2/

Richard K. Breuer / Brouillé
Verlag: Richard K. Breuer, Seiten: 340

Manuela Hofstätter

Manuela Hofstätter

Habt keine Angst vor Büchern! Ungelesen sind sie ganz harmlos.
Manuela Hofstätter

Letzte Artikel von Manuela Hofstätter (Alle anzeigen)

Share on Pinterest
There are no images.
Share with your friends










Submit

{ 1 comment… read it below or add one }

1 chris Juni 9, 2010 um 16:22

Das Buch gibt es übrigens auch in einer preiswerten eBook Version: http://www.beam-ebooks.de/ebook/10904

Leave a Comment